Bestattetes Wikingerschiff nahe Oslo entdeckt

    25. März 2019, 17:45
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    Überreste wurden mit Bodenradar des Ludwig Boltzmann Instituts für archäologische Prospektion und virtuelle Archäologie gefunden

    Wien – Ein Forschungsteam mit österreichischer Beteiligung hat im Südosten Norwegens die Überreste eines Wikingerschiffs aus dem Frühmittelalter entdeckt, das vermutlich ursprünglich in einem Grabhügel bestattet worden war. Schiffe wie dieses gelten als äußerst selten, nach Angaben der Forscher gelangen davor erst 14 derartigen Fund in Europa. Die Entdeckung zeigt, dass der Oslo Fjord ein "Zentrum der Macht in dieser Zeit war", sagte der Archäologe Wolfgang Neubauer.

    In der Umgebung der Fundstelle von Borre in Vestfold befindet sich eine größere Ansammlung monumentaler Grabhügel. Seit einigen Jahren arbeiten auch Forscher um Neubauer, Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für archäologische Prospektion (LBI ArchPro) und virtuelle Archäologie, an der Erforschung der einstigen Anlagen auf der Westseite des Oslo Fjords mittels hochauflösendem Bodenradar.

    Wikingerzeitlicher Häuptlingssitz

    Das gesamte Gebiet, auf dem sich mittlerweile auch ein archäologischer Nationalpark befindet, umfasst auch die Überreste des zweitgrößten bekannten Gebäudes aus der Wikingerzeit. Datiert wurden die einstigen Bauten des wikingerzeitlichen Häuptlingssitzes auf die Zeit zwischen den Jahren 650 bis 980, wie Neubauer erklärte.

    Wie auch auf der anderen Seite des Fjords, wo das Team um Archäologen des norwegischen Instituts für Kulturgüterforschung (NIKU) und des LBI ArchPro im vergangenen Jahr die Reste eines 20 Meter langen Schiffs entdeckten, wurde auch in Borre "die Elite" der damaligen Zeit in Schiffen beigesetzt, die in Hügeln gleich mit vergraben wurden.

    Wurzeln des Wikingertums

    Wie lange das nun gefundene Schiff insgesamt war, können die Archäologen nicht genau sagen, da laut den Bodenradar-Aufnahmen nur der untere Teil erhalten ist. Der neuerliche Fund sei aber ein weiterer Hinweis darauf, dass die Gegend einst ein wichtiges politisches und kulturelles Zentrum war. Möglicherweise liegt hier laut Neubauer sogar die Wurzel des Begriffs "Wikinger". Der Ursprung des Namens ist nämlich umstritten: Einerseits könnte er auf einem alten Ausdruck für Raubzug beruhen, andererseits könnte der Begriff auch von dem alten Namen für den Oslo Fjord "Vik" kommen. (red, APA, 25.3.2019)

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