Klassiker vom Tonband: Herzog und Foda haben aufgewärmt

    23. März 2019, 18:47
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    Der israelische Teamchef aus Österreich und der österreichische aus Deutschland hoffen auf drei Punkte

    Liveticker: EM-Quali: Israel – Österreich, So. 18 Uhr

    Der Sabbat hat um 18.30 Uhr geendet, eine Viertelstunde später betrat Andreas Herzog den Pressekonferenzraum des Sammy Ofer Stadions in Haifa. Das Gedränge war überschaubar, die Zahl der israelischen und österreichischen Journalisten hielt sich die Waage. Es war das übliche, verpflichtende Ritual am Vortag eines wichtigen Fußballspiels, im konkreten Fall jenes in der EM-Qualifikation Gruppe G zwischen Israel und Österreich.

    In der Regel spricht zunächst der Trainer der Heimmannschaft, diesmal war es umgekehrt, Franco Foda hatte den Vortritt, sonst wäre die Nacht zu lange geworden. Ad Herzog, dem Gastgeber: Er parlierte im Beisein seines Kapitäns Bibras Natcho englisch und zwar absolut unfallfrei. "Ich kann es fast besser als Deutsch." Er wurde wenig originell nach seinen Emotionen gefragt. Was ein Sieg bedeuten würde? "Drei Punkte. Es ist ein spezielles Spiel, aber es ist ein Spiel."

    der standard
    Die Standardsituation zu Israel – Österreich.

    Natcho, er dient Olympiakos Piräus, sah es ähnlich. "Wir wollen den Sieg auch für unseren Trainer." Die Leistung beim 1:1 gegen Slowenien hat Herzog nicht restlos überzeugt. "Zu große Abstände zwischen den Linien, das müssen wir abstellen. Bleiben wir fehlerfrei, sind unsere Chancen groß. Österreich ist stark, hat aber Druck."

    Fodas Klassiker

    An Fodas Seite saß eineinhalb Stunden davor traditionell Kapitän Julian Baumgartlinger, die Veranstaltung war ebenso traditionell unspektakulär. Foda scheint ein Tonband eingebaut zu haben, er sagte Gewohntes, der Hang zu Floskeln ist ihm nicht abzusprechen. Andererseits sind Medientermine weder Philosophieseminare noch Abenteuerurlaube.

    Hier eine Auswahl von Fodas Schätzen: "Israel ist in der Lage, zu Hause ein gutes Spiel abzuliefern, sie haben vorne mit Munas Dabbur Qualität." "Entscheidend wird sein, wie wir auftreten, wir schauen auf uns." "Wir müssen mit der gleichen Aggressivität wie gegen Polen agieren, unser Spiel nach vorne entwickeln." Zur Erinnerung: Gegen Polen wurde am Donnerstag im Happel-Stadion 0:1 verloren.

    Standards und Glück

    Weitere Schmankerln: "Standards sind immer ein Erfolgsrezept." "Vielleicht fehlt im Abschluss momentan das Quäntchen Glück." Zweite Erinnerung: Österreich hat in den jüngsten sechs Partien genau drei Tore erzielt. "Aber wir kommen gut in letzte Drittel. Das ist das Wichtigste." "Wir müssen aufstehen und bereit sein, wieder alles zu investieren." "Wir sind flexibel." Mit Herzog verstehe er sich relativ gut. "Da gibt es keine Berührungsängste." "Ich kann mit dem Wort Druck generell im Sport wenig anfangen."

    Aufstellungsfragen

    Wer den verletzten David Alaba ersetzt, verriet Foda natürlich nicht. Es sind zusätzliche freiwillige Änderungen nicht auszuschließen, Mittelfeldmann Xaver Schlager könnte in die Startelf rücken, möglicherweise wird aus der Dreierkette in der Abwehr ein Viererkette in der Abwehr.

    Baumgartlinger sagte: "Wie müssen im Vergleich zu Polen nicht viel ändern. Aber wir müssen effizienter sein." Anpfiff ist am Sonntag um 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit (19 Uhr Ortszeit). Der israelische Verband rechnet mit 15.000 bis 20.000 Zuschauern, 30.000 würden ins Stadion passen. Gegen Slowenien waren es 12.500. (Christian Hackl aus Haifa, 23.3.2019)

    • Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig war bei der Pressekonferenz zu Besuch, man begrüßte sich herzlich.
      foto: apa/robert jaeger

      Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig war bei der Pressekonferenz zu Besuch, man begrüßte sich herzlich.

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