Neuer Salzburger Rektor will mehr Wettbewerb

    22. März 2019, 14:17
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    Hendrik Lehnert will "vieles verändern, aber nicht alles umkrempeln" – Drittmittel sollen auf 60 Millionen Euro verdoppelt werden

    Salzburg – Hendrik Lehnert (65) wird ab Oktober die Nachfolge von Heinrich Schmidinger als Rektor der Universität Salzburg antreten. Der deutsche Mediziner will "vieles verändern, aber nicht alles umkrempeln", wie er am Freitag erklärte. Er möchte Salzburg mit einer Exzellenz-Universität zu einem anerkannten Wissenschaftsstandort machen, die Fakultäten mehr vernetzen und interdisziplinäre Projekte forcieren.

    Der deutsche Internist hat sich bei der Rektors-Wahl am 21. Februar in Salzburg gegen den Erstgereihten im Vorschlag des Senats, den früheren Vizerektor Rudolf Mosler, durchgesetzt. Lehnert wurde für die Funktionsperiode von 1. Oktober 2019 bis 30. September 2023 gewählt. Ex-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid hat sich ebenfalls für den Posten beworben, war aber nicht in den Dreiervorschlag aufgenommen worden.

    Mehr Wettbewerb gefordert

    Die Universität Salzburg sei zwar "sehr gut geführt", sie könne aber noch mehr Wettbewerb nach innen und außen vertragen, skizzierte der designierte Rektor heute bei einer Pressekonferenz in Salzburg eines seiner ehrgeizigen Ziele, für die er die aktuelle Drittelmittelfinanzierung von 30 Millionen Euro langfristig auf 60 Millionen Euro verdoppeln will.

    Wichtig sei, sich als Universität mit drei oder maximal vier Schwerpunkten zu definieren, sich in der Gesellschaft zu positionieren und die Ziele mit Stadt und Land Salzburg abzustimmen, um einer der Big-Player im Land zu sein, erklärte Lehnert. Definierte Themenfelder des Landes wie Informations- und Kommunikationstechnologien, Life Sciences oder Smart Materials würden auch den Interessen der Universität Salzburg entsprechen.

    European Studies ausbauen

    Lehnert möchte den bereits bestehenden Schwerpunkt "European Studies" fakultätsübergreifend ausbauen. Salzburg sei geostrategisch "fantastisch" placiert und deshalb auch prädestiniert für europäische Studien. Er möchte sich auch für Strategien für eine europäische Integration stark machen. Weitere Uni-Schwerpunkte sind die kognitive Neurowissenschaft und die biomedizinische Forschung, dieser Schwerpunkt müsse aber neu definiert werden, meinte Lehnert.

    Auch sollten Strukturen innerhalb der Universität geschaffen werden, die den Nachwuchs und die Talente fördern und die Positionierung des Mittelbaus vorantreiben. Leistungen müssten belohnt werden, nicht durch eine Gehaltserhöhung, sondern durch Stärkung der Einrichtung und Abteilung aufgrund wissenschaftlicher Exzellenz. "Ich freue mich sehr darauf, mit allen hoch motivierten Kollegen die Universität nach vorne zu bringen", betonte er.

    Mehr Kooperation

    Am Herzen liegt ihm auch eine Zusammenarbeit mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg (PMU). Zudem kann er sich auch eine Kooperation mit der Universität Lübeck vorstellen. Lehnert war dort seit 2007 Direktor der 1. Medizinischen Klinik – unterbrochen nur von den drei Jahren als Präsident der Uni Lübeck, die er Ende 2017 zurücklegte, um sich der Gründung eines neuen Forschungsinstituts zu widmen.

    Ein wesentlicher Faktor seiner Arbeit ist für Lehnert auch Transparenz und Kommunikation "nach innen und außen", wie er betonte. Sein Kontakt zu den Medien sei auch bisher eng und vertrauensvoll gewesen. Die Frage, welche Personen das vierköpfige Vizerektorart bekleiden werden, ließ er noch unbeantwortet. "Es werden neue Personen sein, eine Mischung aus extern und intern." Das Vizerektorat werde wesentlich professioneller als bisher auf die Beine gestellt, um dem Zeitgeist folgen zu können. Eingerichtet wird ein Vizerektorat für Finanzen, "um die ökonomischen Aspekte im Rektorart besser abbilden zu können". Die Digitalisierung – "eines der großen Themen dieser Zeit" – soll in einem eigenen Vizerektorat verankert werden. Das Rektorat solle jedenfalls der Rolle als "strategisches Management-Board" gerecht werden. Für ihn sei es auch wichtig, dass die Rolle der Dekanate in der Leitung der Fakultäten gestärkt wird "und somit neben dem Rektorat eine zweite sehr handlungsfähige Ebene besteht". (APA, 22.3.2019)

    • Hendrik Lehnert übernimmt im Herbst die Leitung der Salzburger Uni.
      foto: apa

      Hendrik Lehnert übernimmt im Herbst die Leitung der Salzburger Uni.

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