Tiroler SP-Chef Dornauer verteidigt "Stammtisch-Duell" mit Meischberger

    22. März 2019, 11:46
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    Georg Dornauer vernahm bisher innerparteilich keinerlei Kritik, die Grünen orteten hingegen "Erklärungsnot"

    Innsbruck – Der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer hat sein Facebook-Posting mit dem Ex-FPÖ-Politiker und Angeklagten im Buwog-Prozess, Walter Meischberger, verteidigt. Dabei habe es sich um ein "Stammtisch-Duell" gehandelt, außerdem habe er bisher innerparteilich keinerlei Kritik vernommen, sagte er am Freitag der APA.

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    Der Stein des Anstoßes.

    Laut der "Tiroler Tageszeitung" steigt an der sozialdemokratischen Basis jedoch der Frust über den Obmann. Dornauer werden demnach mangelndes Gespür und fehlende Bodenhaftung vorgeworfen. Schließlich sei Meischberger kein Politiker mehr, mit dem man sich politisch matchen könne, sondern vor allem das Gesicht des Nehmersystems von Schwarz-Blau I.

    Dornauer will Stammtischhoheit gewinnen

    Bis zu ihm sei bis dato keinerlei Kritik vorgedrungen, meinte Dornauer. Zudem habe er lediglich eine Einladung für ein sogenanntes "Stammtisch-Duell" angenommen. Sein Anspruch als Vorsitzender der Tiroler SPÖ sei, die "Stammtischhoheit" im Land zurückzuerobern. Dafür müsse man sich naturgemäß auch mit Leuten gegensätzlicher Meinung auseinandersetzen.

    Kritik von Grünen

    Die Tiroler Grünen orteten bei Dornauer "Erklärungsnot" ob des "amikalen" Fotos mit "Was war mei Leistung" Meischberger. Verwunderlich sei, dass sich ein sozialdemokratischer Länderchef ausgerechnet mit Meischberger verbrüdere, so der grüne Klubobmann Gebi Mair: "Während in Innsbruck die einst staatlichen Buwog-Wohnungen an allen Ecken und Enden für leistbares Wohnen fehlen und die Privatisierung die Preisspirale beschleunigt hat." Mit der "öffentlichen Zurschaustellung" falle Dornauer aber auch seiner Bundespartei erneut in den Rücken. "Es scheint zur Gewohnheit zu werden, dass Dornauer SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner in Erklärungsnot bringt", so Mair.

    Der für Samstag geplante Tirol-Tag Rendi-Wagners falle aus. Das habe aber nichts mit neuerlichen Verstimmungen mit der Bundespartei zu tun, sondern liege am Termin, sagte Landesgeschäftsführer Lukas Matt der "TT": "Pamela Rendi-Wagner war ja beim Parteitag, außerdem fassen wir einen attraktiven Wochentag im April ins Auge."

    Es ist jedenfalls nicht das erste Mal, dass Neo-Obmann Dornauer für Schlagzeilen sorgt. Wegen seines sexistischen Sagers gegen die Tiroler Soziallandesrätin, die er sich "nicht in der Horizontalen vorstellen" wollte, hatte sich Rendi-Wagner entschieden, Dornauer nicht für Bundesgremien vorzuschlagen. Zunächst hatte sie auch ihre Teilnahme am Wahlparteitag in Tirol abgesagt, sich dann aber doch dazu entschlossen und Dornauer sowie Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil dort die Leviten gelesen. (APA, 22.3.2019)

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