Zeugin im Berlusconi-Prozess doch nicht radioaktiv vergiftet

    22. März 2019, 08:37
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    Weder in Nieren noch Leber fanden sich radioaktive Spuren. Eine Obduktion soll nun die wahre Todesursache klären

    Rom – Das marokkanische Model Imane Fadil, das Zeugin in einem Prozess gegen Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi war und am 1. März in einem Mailänder Krankenhaus gestorben ist, wurde nicht mit radioaktiven Substanzen vergiftet. Anders als von den Ermittlern anfangs vermutet, wurden radioaktive Spuren wurden weder in den Nieren noch in der Leber der 33-Jährigen entdeckt.

    Laut der Tageszeitung "Corriere della Sera" wurde die Biopsie von Experten der Universität Mailand durchgeführt. Eine Obduktion soll jetzt die Todesursachen klären, berichtete der "Corriere" am Donnerstagabend. Nicht ausgeschlossen wird, dass Fadil mit anderen Substanzen vergiftet wurde. Hohe Metallwerte wurden im Blut entdeckt.

    Buch geplant

    Die Frau hatte einen Monat lang in einer Mailänder Klinik mit schweren Magenschmerzen gegen den Tod gekämpft. Im Gespräch mit Angehörigen und ihrem Rechtsanwalt hatte sie den Verdacht geäußert, sie sei vergiftet worden. Das Model war dabei, ein Buch über die Hintergründe des sogenannten Bunga-Bunga-Skandals zu schreiben, in den Berlusconi verwickelt war.

    Die Ärzte der Klinik Humanitas konnten keine eindeutige Todesursache angeben. Sie wurden von den Mailänder Staatsanwälten befragt. Das Model hatte 2012 in einem Prozess gegen Berlusconi ausgesagt, der mit einem Freispruch für den Großunternehmer endete. Fadil hatte über die Abende mit jungen Frauen berichtet, die Berlusconi in seiner Mailänder Residenz in Arcore organisierte. Gegen Berlusconi läuft zurzeit noch ein Prozess wegen Zeugenbestechung im Bunga-Bunga-Fall. (APA, 22.3.2019)

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