"Pro & Contra" auf Puls 4: Das Unglück des Einzelnen

21. März 2019, 15:43
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Statt Christchurch und Utrecht 2019 kam Mölzer umgehend auf das Wendejahr 2015 zu sprechen

"Woher kommt der Hass?", fragte Thomas Mohr am Mittwoch in Pro & Contra auf Puls 4. Anlass war der Terroranschlag in Christchurch, Neuseeland, und erstaunlich schnell – nämlich von Beginn an – ist man in der österreichischen Innenpolitik gelandet, konkret bei Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Dieser wurde von der Islamischen Glaubensgemeinschaft wegen Verdachts auf Verhetzung angezeigt. Strache hatte bei der Buchpräsentation Thilo Sarrazins gegen "radikale islamistische Vereine" gewettert, die in Kindergärten Kinder zu Märtyrern erziehen würden.

Strache selbst war nicht im Studio, dennoch gingen die Meinungen auseinander. Politische Parteien wie die FPÖ würden gezielt Themen aufgreifen, um der Bevölkerung Angst zu machen, analysierte der Politologe Thomas Schmidinger und brachte damit den Publizisten und ehemaligen EU-Abgeordneten Andreas Mölzer auf die Palme. Statt Christchurch und Utrecht 2019 kam Mölzer umgehend auf das Wendejahr 2015 zu sprechen, als angesichts erhöhter Migrationsbewegung die Stimmung endgültig umschlug, worin manche den Ausschlag für die jetzige Regierung sehen. Wie zum Beweis für Schmidingers Ausführungen bezog sich Mölzer mehrfach auf 2015.

Es folgte das übliche Hin und Her, Empörung wurde mit Gegenempörung beantwortet, man kennt das. Spannend war es wie so oft am Rande: "Das Unglück des Einzelnen wird auf eine Sozietät verlagert", beschrieb die Psychiaterin Sigrun Rossmanith den Mechanismus der Radikalisierung. Sie habe noch nie so viele junge Leute mit Angststörungen in ihrer Praxis gehabt, sagte Rosmanith. Das sollte uns doch zu denken geben. (Doris Priesching, 21.3.2019)

  • Andreas Mölzer in "Pro & Contra" auf Puls 4.
    foto: screenshot/puls4.com

    Andreas Mölzer in "Pro & Contra" auf Puls 4.

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