Welche politischen Forderungen es zum Welt-Downsyndrom-Tag gibt

    21. März 2019, 14:27
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    Behindertenanwalt Hansjörg Hofer und Behindertenvertreterin Johanna Ortmayr fordern vor allem bessere Integration am Arbeitsmarkt

    Wien – Mehr Unterstützung für Menschen mit Downsyndrom haben einige Organisationen und Initiativen anlässlich des Welt-Downsyndrom-Tags am Donnerstag gefordert. Behindertenanwalt Hansjörg Hofer und Johanna Ortmayr, Präsidentin von Downsyndrom Österreich, ist vor allem die bessere Integration am Arbeitsmarkt ein Anliegen. Sie fordern unter anderem eine Sozialversicherungspflicht.

    "Echte Bezahlung"

    Viele Menschen mit Downsyndrom arbeiten in Werkstätten und finden keinen Job am Arbeitsmarkt, betonte Hofer bei einer Pressekonferenz. "Die Stellen in den Werkstätten sind rechtlich gesehen keine Arbeitsplätze, sondern eine Therapieform." Die Menschen mit Downsyndrom erhalten kein Gehalt, sondern ein Taschengeld. Sie haben keinen Arbeitsvertrag und sind nicht selbst sozialversichert. Hofer und Ortmayr fordern deshalb eine Sozialversicherungspflicht für diese Menschen und eine "echte Bezahlung", wie Ortmayr betonte. "Die Beschäftigten in Werkstätten können auch keine eigene Alterspension beziehen. Rechtlich gesehen bleiben sie im Kinderstatus", kritisierte Hofer.

    Höhere Arbeitslosigkeit

    Außerdem sei es wünschenswert, dass mehr Menschen mit Downsyndrom am Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Die Arbeitslosigkeit sei bei Menschen mit Behinderung nach wie vor deutlich höher als bei anderen, betonte Hofer. Er befürchtet auch, dass der AMS-Algorithmus zur Ermittlung der Arbeitsmarktchancen die Chancen für Behinderte verschlechtern könnte. Sie würden wahrscheinlich in die dritte Gruppe mit den niedrigsten Chancen am Arbeitsmarkt eingeordnet werden. "Dann könnte passieren, dass gar nicht versucht wird, die Menschen zu vermitteln, weil die Chancen ohnehin als gering angesehen werden."

    Probleme mit Versicherungen

    Auch dass private Krankenversicherungen Menschen mit Downsyndrom oft gar nicht oder nur mit hohen Aufschlägen versichern, halten Hofer und Ortmayr für diskriminierend. "Das ist oft Willkür", kritisierte Hofer. Verbesserungspotenzial im Bildungsbereich ortete Martin Rauch von Downsyndrom Österreich. Durch eine bessere Ausbildung könne man auch die Chancen von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt erhöhen. (APA, 21.3.2019)

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