Thiem schon wieder im Turniermodus

    21. März 2019, 11:34
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    "Bin voll mit Selbstvertrauen, aber ich beginne wieder bei Null" – Auftaktmatch in Miami gegen Hurkacz – Massu: "Kann nur Details beeinflussen"

    Miami (Florida) – Der frischgebackene Indian-Wells-Sieger hat schon zwei Trainingstage am nächsten Schauplatz in den Beinen und befindet sich wieder im Turniermodus. Dominic Thiem trifft nach einem Freilos am Freitag in der zweiten Runde des mit 9,315 Mio. Dollar dotierten Masters-1000-Turniers in Miami erstmals auf den Polen Hubert Hurkacz.

    Zum Feiern seines bisher größten Triumphes mit dem Finalsieg über Roger Federer am Sonntag blieb dem Weltranglisten-4. keine Zeit. "Nein, überhaupt nicht. Ich bin am nächsten Tag in der Früh schon nach Miami geflogen", erzählte Thiem am Mittwoch (Ortszeit) auf der neuen Anlage in Miami. Er und sein gesamtes Team sei nur beim Italiener essen gewesen. "Ich war auch richtig müde. Das Match und die ganzen Emotionen waren anstrengend, deshalb bin ich relativ früh ins Bett gegangen."

    "Ich bin voll mit Selbstvertrauen"

    Gefühlsmäßig ist der nunmehr zwölffache ATP-Titelträger schon wieder im Turniermodus, am Donnerstag schlug er sich im Doppel an der Seite des US-Amerikaners Steve Johnson für seinen ersten Einzel-Auftritt am Freitag (Night Session nicht vor Mitternacht MEZ auf dem Grandstand) ein und verlor gegen Marcel Granollers/Nikola Mektic (ESP/CRO-7) 6:7 (4) und 5:7.

    Die Erinnerungen an seine kalifornische Traumwoche sind freilich noch sehr präsent. "Natürlich ist es ein wunderschönes Gefühl, wenn ich zurückdenke. Ich bin auch voll mit Selbstvertrauen, das ist auch ganz klar. Trotzdem – im Tennis geht es schnell, die Woche beginne ich wieder bei Null und ich freue mich riesig auf Miami." Und er freut sich auch, dass er "das mit dem ersten 1000er-Titel abgehakt" hat.

    Die Zusammenarbeit mit dem noch nicht über Miami hinaus verpflichteten Touring-Coach Nicolas Massu hat Früchte getragen. Die Zeit vor Indian Wells war für Thiem fast wie eine zweite Saisonvorbereitung. Dann habe er in Trainingssätzen die Aufwärtstendenz bemerkt. "Ich habe gewusst, ich bin wieder bei den besten Spielern dabei. Aber dass die Woche dann so endet, das hat keiner erwarten können."

    Luxus-Suiten auf der Anlage

    Die neue Anlage hat Thiem schon inspiziert. "Es ist eine riesengroße Anlage und sie ist sehr cool. So viel Platz für alle, was super ist. Das ist einmalig, das gibt es, glaube ich, nirgends, ein Stadion im Stadion", sagte Thiem. Das Traditionsturnier ist ja nach über 30 Jahren in Key Biscayne, wo einst 1997 auch Thomas Muster triumphiert hatte, in den Norden der Stadt übersiedelt. Der Center Court ist nicht permanent und wurde ins Football-Stadium der Miami Dolphins hineingebaut.

    Besonders ist, dass die Top 8 der Herren und Damen nicht nur wie bei manch anderem Turnier eine eigene Umkleidekabine haben, sondern sogar Luxus-Suiten auf der Anlage. "Das ist angenehm, weil man dort seine Ruhe hat. Ich hab dort zwei Fernseher, wo ich zwei Courts gleichzeitig schauen kann. Und ich kann dort essen gehen, das ist schon angenehm. Aber die ganze Anlage ist super. Hätte ich die Suite nicht, würde es mir genauso gut gehen", meinte Thiem. Ein Vorteil ist freilich auch, dass er Freunde und Familie in die Suite mitnehmen kann.

    Mitnehmen will er, ähnlich wie nach den US Open 2018, die gute Form. "Ich versuche natürlich, das Momentum zu halten. Es war letztes Jahr nach den US Open ähnlich, da habe ich auch sehr gut gespielt, und habe die Wochen danach gute Ergebnisse eingefahren. Ich hoffe, dass es hier ähnlich sein wird. Aber ich habe eine schwere erste Runde." Hurkacz, der Matteo Berrettini (ITA) 6:4,6:3 bezwungen hat, ist zuletzt auf Platz 54 geklettert. In Indian Wells scheiterte der 1,96-m-Mann erst im Viertelfinale am Finalisten Federer.

    Massu für die Grundeinstellung

    Mit Massu an seiner Seite ist Thiem bisher sehr zufrieden, nicht nur im Training. "Auch während dem Match ist er zwischen den Punkten sehr motivierend und das hilft mir auch positiv auf dem Platz zu bleiben und eine gute Grundeinstellung zu haben", erzählte Thiem.

    Auch der zweifache Olympiasieger aus Chile ist sehr glücklich über die Zusammenarbeit. "Sein Team hat mich mit offenen Armen aufgenommen und ich bin sehr stolz, dass ich mit einem Top-5-Spieler arbeiten kann, weil ja, er ist ja jetzt Nummer 4", freute sich Massu kürzlich im Interview mit der "L'Equipe". Zu seinem Einfluss auf Thiems Spiel befragt, sagte der Südamerikaner: "Ich kann nur Details beeinflussen."

    Sein Schützling könne auf Hartplatz "extrem gut" spielen. "Aber manchmal bleibt er zu weit hinter der Grundlinie. Er müsste eigentlich nur einen Volley spielen, aber weil er nicht nach vorne geht, muss er den Punkte ein zweites, manchmal sogar ein drittes Mal aufbauen." Begeistert ist er, das hatte Hauptcoach Günter Bresnik auch immer wieder erzählt, von der sofortigen Umsetzung von Empfehlungen. "Du sagst ihm etwas und er macht es sofort." Nach Miami werde man weiterreden. "Aber ja, wir haben die gleiche Philosophie: Ich habe meine Karriere auch auf Arbeit und Anstrengung aufgebaut." (APA; 21.3.2019)

    • Dominic Thiem will seine Form auch in Miami ausspielen.
      foto: apa/afp/getty images/clive bruns

      Dominic Thiem will seine Form auch in Miami ausspielen.

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