Im Death Valley erschien plötzlich ein großer See – oder etwas Ähnliches

    23. März 2019, 08:00
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    Die Mojave-Wüste gilt eigentlich als einer der trockensten Orte der Erde – und doch kam es zuletzt zu einem feuchten Naturschauspiel

    foto: nps.gov
    Ein seltener Anblick: Wasser bedeckt das Death Valley.

    Das Death Valley in Kalifornien ist berühmt dafür, einer der heißesten und trockendsten Plätze der Erde zu sein. Eigentlich würde man in dieser Region südöstlich der Sierra Nevada normalerweise keine Seen erwarten – und doch hat sich dort am Rand der Mojave Wüste und 86 Meter unterhalb des durchschnittlichen Meeresspiegels kürzlich eine ungewöhnlich große Wasseransammlung gebildet.

    Nachdem es sich um ein vorübergehendes Phänomen handelt, kann man von einem Glücksfall sprechen, dass Leute mit Kameras zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, um die beeindruckenden Folgen einer heftigen Regenperiode festzuhalten. "Die Szenerie wirkt geradezu surreal", meint der Fotograf Elliott McGucken. "Eine so große Menge an Wasser an einem der ansonsten trockensten Orte der Welt zu sehen, ist außergewöhnlich."

    So viele Rekorde

    Das Death Valley im gleichnamigen US-Nationalpark ist Schauplatz von gleich mehreren Hitzerekorden: Am 10. Juli 1913 wurde am Furnace Creek mit 56,7 Grad Celsius die höchste je registrierte Lufttemperatur gemessen. Die höchste jemals auf der Erde nachgewiesene Bodentemperatur wurde ebenfalls in dieser Region ermittelt: 93,9 Grad Celsius war der Untergrunds hier am 15. Juli 1972 heiß. Außerdem hält das Death Valley den Rekord für den wärmsten Monat überhaupt: Im Juli 2018 betrug die Durchschnittstemperatur 42,3 Grad Celsius – wohlgemerkt Tag und Nacht.

    Unter solchen extremen Bedingungen braucht es seltene Umstände, dass sich hier ein nennenswerter See bildet. In einem durchschnittlichen März fallen im Bereich des Furnace Creek kaum mehr als sieben Millimeter Regen. Am 7. März 2019 allerdings – einem Tag, der alles andere als normal gelten kann – kamen dort binnen 24 Stunden 22 Millimeter vom Himmel. Das entspricht etwa der dreifachen Jahresmenge. In den angrenzenden Bergen wurden sogar Regenmengen von 38 Millimeter gemessen.

    Extreme Umstände führen zur Seenbildung

    Für europäische Verhältnisse mag das nicht nach viel klingen, hierzulande würden diese Niederschläge rasch im Boden versickern. Der trockene Wüstenboden des Death Valley dagegen tut sich schwer damit, diese Wassermengen aufzunehmen. Die Folge ist, dass sich unter solchen extremen Umständen an der Oberfläche rasch große, flacher Tümpel bilden – eben jenes Phänomen, dessen Bilder sich zuletzt auch in zahlreichen sozialen Medien verbreitet hat.

    Über die letztendlichen Ausmaße gehen die Meinungen auseinander: Der Bildungsbeauftragte des Nationalparks Patrick Taylor glaubt, dass das Gewässer eine Länge von 16 Kilometer hatte und damit der größte See im Tal sei, den er je gesehen habe. Parksprecherin Abby Wines dagegen erklärte in der "Los Angeles Times", dass es sich bei der Wasseransammlung um eine Reihe von durch trockene Stellen unterbrochene Tümpeln gehandelt hat. (tberg, 23.3.2019)

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