Heta-Abwicklung soll 10,5 Milliarden Euro bringen

20. März 2019, 11:02
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Die Abwicklungsgesellschaft der Hypo Alpe Adria hat 2018 rund 670 Millionen aus der Verwertung erlöst – mehr als erwartet

Wien/Klagenfurt – Die Heta Asset Resolution (Heta), die staatliche Abwicklungsgesellschaft der einstigen Kärntner Hypo Alpe Adria Bank, schrumpft zügig. Bis Ende 2018 waren 90 Prozent der Aktiva der früheren Kärntner Landesbank verwertet. Zugleich teilte die Bank mit, dass Vorstand Arnold Schiefer auf eigenen Wunsch Ende März ausscheide. Schiefer wird neuer ÖBB-Finanzvorstand.

2018 hat die Heta aus Abverkäufen und anderen Abbaumaßnahmen 670 Millionen Euro eingenommen, deutlich mehr als die erwarteten 500 Millionen Euro. Dazu trugen der Verkauf von 30 Gesellschaften und die Beilegung "einer Fülle" von Rechtsstreitigkeiten bei, wie es in der Aussendung des Instituts heißt. Insbesondere sei der Rückzug aus Bosnien und Montenegro hervorzuheben.

Höherer Erlös erwartet

Bei der Heta erwartet man derzeit, dass sie bis 2023 rund 10,5 Milliarden Euro aus dem Verkauf ihrer Vermögenswerte einnehmen wird. Das entspricht der Schätzung vom vorigem Frühjahr, ist aber wesentlich mehr, als zu Beginn des Abbauprozesses erwartet worden war. Damals hatte man weniger als acht Milliarden Euro erwartet. Heuer im Mai soll eine neue Schätzung vorgelegt werden – und die dürfte den erwarteten Endbetrag ("recovery") noch einmal etwas höher ansetzen, heißt es in der Aussendung der Heta.

Die Heta wickelt die Vermögenswerte der früheren Kärntner Hypo ab. Sie war in der Wirtschaftskrise nach 2008 zahlungsunfähig geworden, für ihre Anleihen haftete das Land Kärnten, allerdings in einer Höhe, die das Land nicht stemmen konnte. Per Gesetz verordnete Österreich den Hypo-Gläubigern daraufhin einen Schuldenschnitt und bot zugleich einen Umtausch auf langfristige Anleihen mit Bundesgarantie an.

5,5 Milliarden perdu

Die Konstruktion führte dazu, dass das Land Kärnten praktisch alle Heta-Anleihen aufgekauft hat – dank eines Kredits des Bundes. Dieser Kredit kann inzwischen zur Gänze aus den Rückzahlungen der Heta bedient werden, sodass das Abbauprogramm den Steuerzahler nichts kostet. Übrig bleiben aber als Kosten für den Steuerzahler rund 5,5 Milliarden Euro, die noch vor der offiziellen Pleite der Hypo Alpe Adria von der Republik eingezahlt wurden. Der Staat hat damals versucht, die Bank am Leben zu halten. Dieser Betrag ist für immer verloren.

Die Heta hat aus ihren Abbau-Einnahmen bereits knapp acht Milliarden Euro an ihre Gläubiger ausgeschüttet. Darunter fielen im Vorjahr 1,4 Milliarden Euro an Exeigentümer Bayern LB und eine Ausschüttung von 1,9 Milliarden Euro an Gläubiger allgemein – dieser Betrag kam im Wesentlichen der Republik Österreich zugute.

Vorstand wird verkleinert

Ende 2018 hatte die Heta noch eine Bilanzsumme von 3,4 Milliarden Euro, davon entfielen 2,3 Milliarden Euro auf Guthaben bei der OeNB und 1,1 Milliarden Euro auf noch abzubauende Vermögenswerte, so die Bankmitteilung. Im Jahresabschluss 2018 steht ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 297 Millionen Euro.

Arnold Schiefer scheidet per 31. März 2019 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der Heta aus, auch das hat die Bank mitgeteilt. Er war ab Oktober 2015 im Heta-Vorstand, im September 2018 für ein weiteres Jahr bestellt worden und geht nun zur ÖBB. Damals hieß es, da noch "wesentliche Transaktionen in Bosnien, Serbien, Montenegro, Kroatien und Slowenien" vorgesehen seien, werde der Vorstand nicht verkleinert. Das geschieht nun doch, künftig wird der Vorstand von Martin Handrich und Alexander Tscherteu gebildet. (APA, 20.3.2019)

  • Auch die ehemalige Bankzentrale in Klagenfurt wurde schon verkauft. Der Erlös soll 7,7 Millionen Euro betragen haben.
    foto: apa/walcher

    Auch die ehemalige Bankzentrale in Klagenfurt wurde schon verkauft. Der Erlös soll 7,7 Millionen Euro betragen haben.

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