Wie können wir der Zweiklassenmedizin gegensteuern?

    User-Diskussion25. März 2019, 09:00
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    Wie soll das Gesundheitssystem die immer älter werdende Gesellschaft tragen? Forscher und Forscherinnen der WU Wien werden Ihre Fragen und Postings zum Thema beantworten

    In Österreich werden in der öffentlichen Diskussion über das Gesundheitssystem, auch in den Foren des STANDARD, immer wieder lange Wartezeiten bei Ärzten bemängelt und dass man im Untersuchungszimmer zu schnell abgefertigt wird. Extrakosten und geringe Kassenleistung in der Zahnbehandlung reihen sich zur Kritik über die Bettensituation in Spitälern. Viele entscheiden sich daher für Zusatzversicherungen, die laut Kritikern aber das System der Zweiklassenmedizin manifestieren. Wer zahlt, kommt früher dran und wird möglicherweise besser behandelt – ist das fair?

    Make America healthy again

    In den USA ist der Unterschied zu unserer öffentlichen Gesundheitsversorgung besonders eklatant. In Österreich spricht man von universellem Zugang und solidarischer Finanzierung des Gesundheitssystems. Das bedeutet, dass jeder Zugang zu Gesundheitsversorgung hat und die Gemeinschaft für die Kosten aufkommt. In den USA hingegen gibt es das nicht, dort konkurrieren private Versicherungen um das Geld ihrer Kunden.

    Da meist privat versichert wird, kostet das eine Menge Geld. Die USA sind mit Pro-Kopf-Ausgaben von rund 9.900 Dollar pro Jahr doch weit vor allen anderen Ländern der Welt. Zum Vergleich: In Österreich waren es zuletzt 5.200 Dollar und in Deutschland 5.600 Dollar pro Kopf an privaten und öffentlichen Ausgaben für Medikamente, Arztbesuche und Spitalsaufenthalte. Gerade Spitalsaufenthalte kosten viel Geld. Experten kritisieren, dass es einer Umleitung von Patienten in den niedergelassenen Bereich bedürfe, um Ambulanzen zu entlasten und hohe Kosten zu sparen. Nicht einfach, altern nicht nur Patienten sondern auch Ärzte. Zwei Drittel der praktischen Ärzte sind heute über 55 Jahre alt und dem Ruhestand nahe.

    wutv
    Marcel Bilger vom Institut für Sozialpolitik der WU Wien über die Herausforderungen vor denen unser Gesundheitssystem steht. Stellen auch Sie unter 100jahreforschung.at Ihre Frage an die Forscher der Wirtschaftsuniversität.

    Wie finden Sie unser Gesundheitssystem?

    Nutzen Sie die Gelegenheit und posten Ihre Lösungsansätze oder großen Kritikpunkte am derzeitigen System. Ist unser Modell der Pflichtversicherung mit möglicher Zusatzversicherung das Optimum, oder hätten Sie es lieber wie in Deutschland mit bloßer Versicherungspflicht? Wo hakt es Ihrer Meinung nach noch und wo irren Politik und Wirtschaft? Halten Sie unser Gesundheitssystem für nachhaltig oder wird die alternde Gesellschaft irgendwann zum "Problem"? Was soll Ihrer Meinung nach ein öffentliches Gesundheitssystem leisten? Stellen Sie Ihre Fragen und Anmerkungen, die wir an Experten der Wirtschaftsuniversität weiterreichen können. Diese werden ausgewählte Postings in Videoform beantworten!

    Auf 100jahreforschung.at stellen Forscher und Forscherinnen der WU Wien ihre Expertise unter Beweis. Stellen Sie Ihre Fragen, zum Beispiel zum Gesundheitssystem, und lassen Sie sich die Antworten in Videoform geben.

    Hinweis: "100 Jahre WU Forschung" ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Kooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim STANDARD.

    • Wer soll für die Gesundheit bezahlen?
      foto: 123f.de/manaemedia

      Wer soll für die Gesundheit bezahlen?

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