"The Division 2" im Test: So muss ein richtig guter Loot-Shooter aussehen

    24. März 2019, 10:00
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    Massive Entertainment sorgt für ein gewaltiges Ballerspektakel, bei dem aus dem Fehlern des ersten Teils gelernt wurde

    Blackout – die Menschheit steht nach dem globalen Stromausfall vor ihrem Zerfall. Der Ausbruch der sogenannten Dollar-Grippe setzt den letzten Überlebenden zusätzlich zu. Um diese schweren Zeiten zu überleben, haben sich viele Menschen Kriminellen und terroristischen Gruppierungen angeschlossen. Die letzte Hoffnung liegt somit auf der sogenannten Strategic Homeland Division, einer militärischen Organisation, die die Menschheit vor dem Kollaps retten soll.

    Dies sind die Rahmenbedingungen von Ubisofts Loot-Shooter The Division 2 (PC, Playstation 4 und Xbox One). Nach dem ersten Teil in New York zieht es Spieler drei Jahre später nach Washington D.C., wo mehr oder weniger Anarchie herrscht. Erneut gehört man der Spezialeinheit "The Division" an und kämpft als Mensch mit allerlei technischen Hilfsmitteln gegen eine Vielzahl an Bösewichten an. Sie alle verfolgen wie schon im ersten Teil ihre eigenen Ziele und schrecken nicht vor Waffengewalt zurück.

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    Die zwei größten Baustellen des ersten Teils waren die Gefechte und Missionen. Gegner konnten mit einem Kugelhagel eingedeckt werden und waren trotzdem einfach nicht tot zu bekommen. Zudem agierten diese teilweise äußerst dämlich – was den Spielspaß beim Hauptelement des Games, nämlich Gegner zu beschießen, ordentlich trübte. Ferner fehlte bei den Missionen zum Teil die Abwechslung. Bei einem Loot-Shooter, der Spieler mehrere Hundert Stunden fesseln sollte, ein Problem.

    Seit dem Jahr 2016, dem Release des ersten Teils des Games, hat sich zudem auf dem hartumkämpften Markt besagter "Games as a Service"-Spiele einiges getan. Da gibt es etwa das Free2Play-Urgestein Warframe, Destiny 2 und seit kurzem hat nun auch EA mit Anthem seinen eigenen Loot-Shooter. Es ist somit gar nicht mehr so einfach, die langwierige Gunst des Spielers in diesem Genre zu ergattern. Ist Ubisoft also der König des Loot-Shooters gelungen, oder muss man sich hinter der Konkurrenz anstellen?

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    Was ist gelungen?

    Mit einem überarbeiteten Combat wurde zumindest eine der beiden Baustellen ausgemerzt. Gegner agieren nun intelligenter und durchstehen nun nicht mehr einfach so einen Kugelhagel. Gefechte sind nun nicht mehr reines "Draufhalten", sondern setzen taktisches Vorgehen mittels Wechsel der Positionen oder Flankieren voraus. Die vielzähligen Spezialfähigkeiten sorgen zusätzlich dafür, dass die Gefechte im Vergleich zum ersten Teil nun deutlich mehr Spaß machen und kurzweiliger sind. Hier ist außerdem vorausschauendes Leveling und Spielen gefragt, dem Spieler wird eine ausgiebige Auswahl gegeben, in welche Richtung er seine Figur und mit welchen Fähigkeiten entwickelt.

    Auch beim Langzeitspielspaß hat der schwedische Entwickler Massive Entertainment nachgebessert. Die Missionen der ersten 20 Stunden sind durchaus divers und fordern heraus. Dem Spieler wird außerdem die Möglichkeit gegeben, Zeit in zahlreiche Nebenmissionen zu investieren. Allein die riesgengroße und eindrucksvolle Welt des Games zu erkunden ist eine Mammutaufgabe, die viele Spielstunden in Anspruch nimmt. Rund 30 bis 40 Stunden muss man circa einplanen, um die Kampagne zu bezwingen. Danach gilt es, den Rest der Welt zu durchstöbern und sich im Rahmen der Dark Zones PvP-Auseinandersetzungen hinzugeben.

    Koop-Sitzungen sind das Herzstück des Games. Sich gemeinsam mit Freunden PvP- oder PVE-Auseinandersetzungen hinzugeben macht am meisten Spaß. Die drei "Dark Zones" mit ihrer Regelfreiheit bringen einen gewissen Nervenkitzel mit sich – hier können insgesamt zwölf statt 24 Spieler gleichzeitig um seltenen Loot ankämpfen. Das "Going Rogue"-System hierbei ist eine gelungene zusätzliche Facette. Boshafte Spieler, die Loot von anderen "Dark Zone"-Teilnehmern stehlen oder diese gar töten, werden mit einem Kopfgeld versehen. Dies sorgt für zusätzliche Spannung. Falls niemand im Bekanntenkreis The Division 2 spielt, können jederzeit andere Spieler ins Boot geholt werden, mit denen gemeinsam Missionen bestritten werden. Das Matchmaking funktionierte beim Test sehr schnell und zeigte keinerlei Aussetzer.

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    Was ist weniger gelungen?

    Die Story des Games ist vernachlässigbar. Hierbei wäre aufgrund des politischen Rahmengerüsts durchaus mehr möglich gewesen. Ubisoft hat im Vorfeld bereits angekündigt, dass man kein politisches Spiel machen will, für die Bewerbung des Games verzichtet man darauf aber natürlich nicht. Allein zu spielen wird bei The Division 2 ferner fast schon bestraft – wird man bei einer Mission niedergestreckt, helfen einem Mitspieler schnell wieder auf. Bei einem Alleingang wird hingegen zu Checkpoints zurückgekehrt, die weit zurückliegen. Zuletzt muss auch noch am Cooldown der Fähigkeiten gearbeitet werden – dieser ist zum Teil nicht nachvollziehbar lange.

    Fazit

    The Division 2 ist bereits zum Start ein richtig guter Loot-Shooter mit vielversprechendem Fundament. Massive Entertainment hat vom ersten Teil gelernt und die Baustellen beseitigt. Der Combat ist sehr gelungen und bringt mit seinem taktischen Fokus einen hohen Spielspaß mit sich, der durch die zahlreichen Spezialfähigkeiten bereichert wird. Auch die unterschiedlichen Missionen und gigantische Welt mit ihren zahlreichen Möglichkeiten wissen zu gefallen. Ob es dem Entwickler gelingt, Spieler über einen längeren Zeitraum zu fesseln, wird sich weisen. Die Basis dafür wurde auf jeden Fall gelegt. (Daniel Koller, 24.3.2019)

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien: Das Testmuster wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

    "The Division 2" ist ab 18 Jahren für PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen. UVP: 59,99 Euro.

    Link

    "The Division 2"

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