Toter Wal hatte 40 Kilogramm Plastikmüll im Magen

    18. März 2019, 15:44
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    Meeresbiologen auf der philippinischen Insel Mindanao sprachen von der größten Menge an Plastik, die sie je in einem Meeressäuger gesehen hätten

    Meeresbiologen zeigen sich entsetzt: Auf Mindanao, der zweitgrößten Insel der Philippinen, wurde am Wochenende ein toter Jungwal angeschwemmt, der an die 40 Kilogramm Plastikmüll im Magen hatte. Forscher des D’ Bone Collector Museums in Davao City entdeckten bei der Untersuchung des Kadavers unter anderem 16 Reissäcke aus Kunststoff, etliche Plastiksackerl und anderes Verpackungsmaterial.

    Zunehmende Todesfälle

    Eine vollständige Liste des Mageninhalts soll in den nächsten Tagen folgen. Die Biologen schrieben auf Facebook, sie hätten noch nie eine solche Plastikmenge im Magen eines Wals gesehen. Sie vermuten, dass das Tier daran verendet ist. Der Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris) dürfte nicht mehr in der Lage gewesen sein, Nahrung aufzunehmen. "Es ist ekelhaft. Die Regierung muss gegen diejenigen vorgehen, die Flüsse und den Ozean immer noch als Müllhalden benutzen", heißt es in dem Posting.

    foto: darrell blatchley/d' bone collector museum inc.
    Meeresbiologe Blatchley bei der Obduktion des Cuvier-Schnabelwal, die vor allem eines ans Licht brachte: Plastik.

    Nach Angaben des Meeresbiologen Darrell Blatchley vom D’ Bone Collector Museum seien in den vergangenen zehn Jahren 57 tote Wale und Delfine untersucht worden, die an den Folgen von Plastikmüll verendet waren. Der Gebrauch von Einwegplastiksackerln ist in Südostasien weit verbreitet. Die Umweltschutzorganisation Ocean Conservancy kam 2017 zum Schluss, dass China, Indonesien, die Philippinen, Thailand und Vietnam mehr Plastik im Meer entsorgten als alle anderen Länder zusammen.

    Im Vorjahr sorgte der Fall eines Pilotwals für Aufsehen, der mit mehr als 80 Plastiksackerln im Magen in Thailand gestrandet war. Das Tier war noch am Leben, konnte aber trotz intensiver tierärztlicher Bemühungen nicht mehr gerettet werden. (red, 18.3.2019)

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