In Deutschland beginnt am Dienstag die 5G-Auktion

    17. März 2019, 17:04
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    Abgeschirmtes Netzwerk, gesicherte Leitungen – Versteigerung erfolgt über mehrere Runden – Neben Telekom, Vodafone und Telefonica will auch United Internet (1&1) Frequenzen ersteigern

    Wenn die 5G-Frequenzauktion in Deutschland am Dienstag um zehn Uhr in der Früh beginnt, dürfen die Bieter nicht mehr frei mit der Außenwelt kommunizieren. Kein Anbieter soll sich während der 5G-Auktion einen unfairen Vorteil verschaffen können.

    Während der Versteigerungsrunden sitzen die Vertreter der beteiligten Telekommunikations-Unternehmen in einem Mainzer Dienstgebäude der Bundesnetzagentur in abgeschirmten Räumen. Lediglich mit ihren Konzernzentralen dürfen sie über eine gesicherte Leitung Kontakt aufnehmen.

    Wirtschaftlich ist der neue Mobilfunkstandard wegweisend. Er soll die 4G-Technik ablösen und eine enorme Geschwindigkeitssteigerung bei der Datenübertragung ermöglichen. Vernetzte Fabriken, selbstfahrende Autos, Streaming-Dienste und Virtual-Reality-Anwendungen benötigen enorme Datenmengen und sollen von 5G profitieren.

    Neben den drei großen Mobilfunknetzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland (O2) will auch United Internet (1&1) Frequenzen ersteigern. Der Prüf- und Netzdienst der Behörde wacht darüber, dass die Bieter sich während der Auktion an die Regeln halten. Mitarbeiter der Funküberwachung beziehen vor dem Dienstgebäude Stellung, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik soll andere illegitime Kontaktversuche nach außen aufspüren.

    Die Auktion erfolgt in mehreren Runden und kann sich über mehrere Tage, womöglich sogar über Wochen erstrecken. Die Versteigerung der Funkfrequenzen für mobiles Breitband im Jahr 2015 etwa dauerte 16 Tage beziehungsweise 181 Bieterrunden.

    Bei der 5G-Auktion haben die Unternehmensvertreter pro Runde eine Stunde Zeit, ihre Gebote über einen Computer der Bundesnetzagentur in ein abgeschirmtes Netzwerk einzugeben. Die Auktion endet erst, wenn niemand mehr für einen der insgesamt angebotenen 41 Frequenzblöcke bieten will.

    Theoretisch kann sich ein Mobilfunkanbieter eine unbegrenzte Anzahl an Frequenzblöcken sichern. Das Mindestgebot liegt je nach Frequenz und Verfügbarkeit zwischen 1,7 und 5 Mio. Euro. Gerechnet wird mit Erlösen in Milliardenhöhe. (APA, 17.3.2019)

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