Hunderte protestieren gegen europäische Truppen in Niger

    16. März 2019, 21:34
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    "Nieder mit den ausländischen Truppen"

    Niamey – Im afrikanischen Sahel-Staat Niger haben am Samstag hunderte Menschen gegen die Anwesenheit ausländischer Truppen aus westlichen Staaten demonstriert. Rund tausend Menschen folgten in Niamey dem Protestaufruf eines Bündnisses zivilgesellschaftlicher Gruppen. "Nieder mit den ausländischen Truppen", skandierten sie.

    Die Initiatoren erklärten, die ausländische Truppenpräsenz untergrabe die Souveränität ihres Landes und trage nichts zur Verbesserung der Sicherheitslage bei. Die Republik Niger grenzt an den Krisenstaat Mali und liegt in einer Region, deren Stabilität durch extremistische Gruppen akut gefährdet ist. Zudem ist sie ein wichtiges Transitland für afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa.

    Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte im November einen Lufttransportstützpunkt der Bundeswehr in Niamey eröffnet. Die deutschen Soldaten unterstützen von dort aus die UN-Mission in Mali, MINUSMA, und die EU-Mission EUTM, vor allem im Bereich Transport.

    Drohnenstützpunkt

    Auch Frankreich hat Soldaten in seiner ehemaligen Kolonie Niger stationiert. Die USA errichten derzeit im Norden des Landes einen großen Drohnenstützpunkt.

    Die Demonstranten zeigten sich am Samstag verärgert über die ausländische Präsenz. "Man öffnet die Tore für alle möglichen ausländischen Kräfte: Franzosen, Amerikaner, Italiener, Deutsche", sagte einer der Protestorganisatoren, Moussa Tchangari. "Angeblich kämpfen sie gegen den Terrorismus und die illegale Migration. Allerdings verschlechtert sich die Sicherheitslage in unserem Land."

    Der Aktivist Maikoul Zodi von der Nichtregierungsorganisation "Tournons la Page" klagte: "Wir werden von den Terroristen angegriffen – trotz dieser französischen oder amerikanischen Stützpunkte." Weiteres Thema der Kundgebung war die Steuerpolitik der nigrischen Regierung, die von den Demonstranten als ungerecht kritisiert wurde. (APA, 16.3.2019)

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