Wirecard-Aktien unter Druck: Firma weist Bericht zu Indien zurück

    15. März 2019, 14:14
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    Händler verweisen auf Citi-Verkaufsempfehlung

    Die Aktien von Wirecard sind am Freitag erneut unter Druck geraten. Die Papiere des deutschen Zahlungsabwicklers fielen um bis zu 10,4 Prozent auf ein Vier-Wochen-Tief von 103,15 Euro und waren damit größter Dax-Verlierer. Händler verwiesen unter anderem auf eine Verkaufsempfehlung von Citi. Die Analysten setzten die Bewertung von "Hold" auf "Sell" herunter.

    Das Kursziel kürzten sie auf 100 von zuvor 144 Euro. Nach dem Wirbel um den Vorwurf finanzieller Unregelmäßigkeiten in Singapur seien negative Schlagzeilen in nächster Zeit wahrscheinlicher als positive Nachrichten, hieß es zur Begründung. Eine schnelle Aufklärung sei derzeit nicht in Sicht. "Unserer Ansicht nach bedingt die Art der Vorwürfe, die Komplexität des Falls und der bis jetzt berichtete Erfolg bei der Aufklärung, dass es sehr wahrscheinlich länger dauern wird diese Vorwürfe auszuräumen als der Markt momentan annimmt", schrieben die Analysten.

    Troubles in Indien

    Zugleich sorgte ein Bericht des "Handelsblatt" für Gesprächsstoff in den Handelsräumen. Die Zeitung berichtete, dass auch die indische Wirecard-Tochter in das Visier der Ermittler rücke. Eine Sprecherin von Wirecard sagte dazu am Freitag: "Die Inhalte bezüglich der indischen Transaktion sind nicht neu und wurden bereits mehrfach auch durch externe Prüfungen widerlegt."

    Ende Jänner war durch einen Bericht der "Financial Times" ("FT") bekanntgeworden, dass ein Wirecard-Mitarbeiter in Singapur einen örtlichen Manager beschuldigt hatte, Bilanzen zu frisieren. Seitdem haben die Aktien rund 40 Prozent verloren. Wirecard hat die Anschuldigungen als unbegründet zurückgewiesen. In Deutschland hegen Finanzaufsicht und Staatsanwaltschaft den Verdacht, dass Marktteilnehmer den Aktienkurs vorsätzlich manipuliert haben. (APA, 15.03.2019)

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