Wie Schwangere mit Übergewicht die Kilos nicht ans Baby weitergeben

    16. März 2019, 06:00
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    Gesunde Ernährung und mehr Bewegung können die negativen Auswirkungen der mütterlichen Fettleibigkeit das auf Ungeborenes reduzieren

    Kinder stark übergewichtiger Schwangerer entwickeln im Laufe ihres Lebens oft eine Fettleibigkeit und sind einem erhöhten Diabetes-Risiko ausgesetzt. Ergebnisse einer europäischen Studie, an der Grazer Forscher mitwirkten, deuten darauf hin, dass Änderungen der Ernährungsgewohnheit der Schwangeren, Bewegung und weniger Sitzen positive Auswirkungen auf den Körperfettanteil der Babys haben können.

    Eines der großen medizinischen Herausforderungen, die mit der weltweiten Zunahme der Fettleibigkeit einhergehen, ist der Anstieg der Blutzuckerwerte. Wenn die Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion an den erhöhten Insulinbedarf der Schwangeren nicht anpassen kann, steigt der Blutzuckerspiegel und es kommt zum sogenannten Gestationsdiabetes. Das kann für die schwangeren Frauen, aber auch deren Kinder riskant werden, denn die Stoffwechselstörung birgt die Gefahr von Komplikationen vor, während und nach der Geburt. Forscher gehen davon aus, dass sich auch der Stoffwechsel des Kindes an die erhöhten Blutzuckerwerte einstellt und mit der Körper mit verstärkter Insulinproduktion reagiert.

    Es gebe bereits Hinweise, dass solche Kinder im Laufe ihres Lebens häufig übergewichtig werden und Diabetes bekommen, schildert Mireille van Poppel, Professorin für Bewegung und Public Health am Institut für Sportwissenschaft der Universität Graz. Sie ist Ko-Autorin einer multizentrischen Studie, die jüngst im Fachjournal "Diabetologica" publiziert wurde. Darin wurde untersucht, wie stark übergewichtige Frauen dem Nachwuchs einen möglichst leichten Start ins Leben ermöglichen können.

    Drei Gruppen

    Die Forscher aus insgesamt neun Länder begleiteten im Projekt "DALI" rund 440 Frauen mit einem Body-Mass-Index über 29 während ihrer Schwangerschaft. Ein Teil von ihnen bekam eine Ernährungsberatung, ein Teil wurde zu körperlicher Aktivität angespornt, eine weitere Gruppe auf beides. Ihre Gesundheitsparameter wurde am Ende mit der Kontrollgruppe verglichen. Zentrales Ergebnis war, dass jene Probandinnen, die sich sowohl gesünder ernährten als auch mehr bewegten, weniger dicke Kinder zur Welt brachten.

    "Unsere Untersuchung konnte erstmals zeigen, dass eine Verhaltensänderung während der Schwangerschaft die Fettleibigkeit der Neugeborenen verringert", so van Poppel. Von Bedeutung dürfte auch sein, wie viel Zeit die Schwangeren sitzend zubrachten: Der Fettanteil der Babys, deren Mütter in ihrer Freizeit weniger als zwölf Stunden pro Woche am Sessel oder am Sofa zubrachten, war um rund neun Prozent geringer. (APA, 16.3.2019)

    • Bewegung und gesunde Ernährung sind immer ratsam, bei übergewichtigen Schwangeren umso mehr.
      foto: istock

      Bewegung und gesunde Ernährung sind immer ratsam, bei übergewichtigen Schwangeren umso mehr.

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