Demo statt Klassenzimmer: Wie viel Engagement darf in der Schule sein?

14. März 2019, 12:56
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Livediskussion heute Abend zwischen der Organisatorin der "Fridays for Future"-Demos, Katharina Rogenhofer, und dem Chef der Jungen ÖVP in Niederösterreich und Demo-in-der-Schulzeit-Gegner Bernhard Heinreichsberger

Überschwemmungen, Hitze- und Kälterekord, extreme Dürre und Waldbrände. "Aber jetzt sind wir am Zug. Wir sagen Stopp": Unter diesem Motto rufen Schülerinnen und Schüler in ganz Österreich für morgen, Freitag, zu Großdemonstrationen in Wien, Graz und anderen Städten auf. Laut den Organisatoren soll parallel dazu "in über 60 Ländern auf allen Kontinenten" gestreikt werden.

Doch die "Fridays for Future"-Proteste finden mitten während der Schulzeit statt. Die Bildungsdirektionen in Salzburg und Niederösterreich, aber auch Wien haben bereits erklärt, dass ein Besuch der Klimademo am Freitag jedenfalls als ungerechtfertigtes Fernbleiben angesehen wird. Aber ist das die richtige Antwort – oder sollte nicht gerade die Schule junge Menschen dazu ermuntern, sich sozial und politisch zu engagieren?

Stellen Sie Ihre Fragen

Darüber wollen wir im STANDARD-Studio live diskutieren. Zu Gast heute ab 21.30 Uhr ist eine Mitorganisatorin der "Fridays for Future"-Demo in Wien, die Klimaaktivistin Katharina Rogenhofer. Mit ihr streitet der Chef der Jungen ÖVP in Niederösterreich, Bernhard Heinreichsberger, der zugleich im Landtag sitzt. In einer eigenen Aussendung hielt er fest: "Schuleschwänzen geht auch nicht für den Klimaschutz." Schüler hätten kein Streikrecht, wer fernbleibt, fehlt unentschuldigt, sagt Heinreichsberger. Er fragt: Warum organisieren die Veranstalter nicht am Wochenende eine Demo?

Rogenhofer dagegen argumentiert, dass es nicht ums Schwänzen gehe, das sei eine Themenverfehlung: "Es geht um das Überleben unseres Planeten", angesichts dessen sei der Protest junger Menschen notwendiger denn je.

Wie immer bei den STANDARD-Diskussionen können Sie die Sendung mitgestalten. Posten Sie hier Ihre Fragen im Forum: Was interessiert Sie besonders? Wir wollen grundsätzlich darüber streiten, was für und was wider das politische Engagement der jungen Menschen in der Schule spricht, welche Strafen den Eltern drohen und warum die Protestwelle ausgerechnet jetzt losgebrochen ist.

Demonstrationen sind kein wichtiger Grund

Das Gesetz ist strikt: Wenn Kinder im Pflichtschulalter mehr als dreimal unentschuldigt fehlen, droht ihren Eltern eine Verwaltungsstrafe von bis zu 440 Euro. Nun können Klassenvorstände Schülern einen Tag aus "wichtigem Grund" freigeben. Aber klar geregelt ist: Demonstrationen sind kein wichtiger Grund. Soll das geändert werden? Diskutieren Sie mit! Moderation: András Szigetvari. (red, 14.3.2019)

  • Von rechts nach links: Klimaaktivistin Rogenhofer, der Chef der niederösterreichischen JVP Heinreichsberger diskutieren über Politik in der Schule.
    foto: der standard

    Von rechts nach links: Klimaaktivistin Rogenhofer, der Chef der niederösterreichischen JVP Heinreichsberger diskutieren über Politik in der Schule.

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