Das Ende des IS: Ideologisch ungebrochen

Kommentar13. März 2019, 18:28
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Das Problem IS geht nicht weg, auch wenn die westlichen Länder sich weigern, sich mit "ihren" Jihadisten zu beschäftigen

Die von den USA unterstützten syrischen Kurdenmilizen in Baghouz zeigen sich von der Anzahl an Kämpfern und deren Familienmitgliedern überrascht, die immer noch die letzte besiedelte Bastion des "Islamischen Staats" im Euphrattal verlassen. Nicht hunderte, wie vor ein paar Wochen kolportiert, sondern tausende IS-Leute haben sich demnach dort gesammelt. Die Frage, ob es sich um eine falsche Einschätzung oder doch um Desinformation handelte, ist legitim. Das Gebiet dürfte militärisch nicht besonders schwer aufzuklären sein.

Es gibt auch Berichte, dass Kämpfer – gegen viel Geld – herausgeschmuggelt werden. Jedenfalls erwarten die USA offensichtlich nicht, dass sich in Baghouz die IS-Führung unter Abu Bakr al-Baghdadi verschanzt hat. Der wird nun eher wieder im Wüstengebiet bei Palmyra vermutet. Der IS verwandelt sich wieder in eine Guerillatruppe zurück.

Der harte Kern zeigt sich ideologisch ungebrochen. Manche aus Baghouz kommende Frauen schwören in die Kameras der Reporter, dass sie weitere Generationen von Gotteskämpfern auf die Welt bringen werden. In Audio- und Videonachrichten wendet sich der IS an seine Anhänger und versichert ihnen, dass er nur "nach den Maßstäben dieser Welt" verloren habe, und das zähle nicht. Und er fordert sie zur Rache weltweit auf. Das Problem IS geht nicht weg, auch wenn die westlichen Länder sich weigern, sich mit "ihren" Jihadisten zu beschäftigen. (Gudrun Harrer, 13.3.2019)

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