Kurz vor dem digitalen Burnout? Der neue Trend "Digital Detox" könnte helfen

    14. März 2019, 11:37
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    "Digital Detox" als erster Schritt hin zu einem neuartigen Umgang mit Handys

    Ein neuer Trend macht selbst unter jenen die Runde, welche die digitale Welt zu ihrem Beruf gemacht haben: "Digital Detox" gewinnt mittlerweile unter Webbloggern an Popularität. Die Dauer der freiwillig gewählten "digitalen Entgiftung" unterliegt nicht zuletzt individuellem Entscheidungsspielraum.

    Hasta la vista, Instagram!

    Eine Eilmeldung hier, eine Nachricht da – es fehlt nicht an Gründen, zum Smartphone zu greifen. Doch viele sehen in dem permanenten digitalen Konsum zumindest zeitweise mehr Einschränkung und Ablenkung, als wahre Zweckmäßigkeit.

    Erst kürzlich verabschiedete sich eine der bekanntesten Bloggerinnen Österreichs auf unbestimmte Zeit von Instagram. Das weitere Wirken der Aktivistin "dariadaria" würde sich nun vorerst auf anderweitige Kreativprojekte verlagern, heißt es im zuletzt getätigten Instagram-Beitrag. Der Instagram-Account umfasst zum jetzigen Zeitpunkt 201.000 Abonnenten.

    80 Mal am Tag

    Warum die neue Ausrichtung, sich Pausen vom eigenen digitalen Konsum zu nehmen? Untersuchungen zeigen, dass durchschnittliche Nutzer ihr Handy rund 80 Mal am Tag entsperren. Etwa alle zwölf Minuten erfolgt der Griff zum Mobiltelefon, geht man von einem achtstündigen Zeitfenster für Schlaf aus.

    Informatiker Alexander Markowetz der Universität Bonn fand nach der Auswertung der Nutzungsdaten von insgesamt 60000 Menschen heraus, dass die Probanden durchschnittlich zweieinhalb Stunden täglich am Handy verbrachten.

    Urlaub gefällig?

    Wem die Handy-Abstinenz auf eigene Faust nicht gelingen sollte: An Angeboten zum "Digital Detox" mangelt es nicht. Mittlerweile hat sich eine ganze Branche entwickelt, deren selbstauferlegte Aufgabe darin besteht, Menschen zu einem neuen Umgang mit dem eigenen Smartphone zu bewegen.

    Ganze Urlaube ohne Handy werden zu diesem Zweck angeboten. Der neue Trend nimmt durchaus auch skurriles Ausmaß an: So sollen Apps dabei helfen, den eigenen Handykonsum zu überwachen, einzuschränken oder mehr Bewusstsein für den individuellen Gebrauch zu schaffen.

    "So viel Aufmerksamkeit wie möglich"

    Sean Parker, Mitbegründer der Social-Media-Plattform Facebook, brachte die Ausrichtung des Unternehmens auf den Punkt, als er sagte: "Die Motivation bei der Entwicklung der frühen Applikationen – und Facebook war die erste – war: Wie können wir so viel Zeit und Aufmerksamkeit der Nutzer wie möglich bekommen."

    Doch welches Ausmaß an Aufmerksamkeit für Handys braucht es wirklich, um gut durch den Tag, die Woche, das Monat zu kommen? Die generelle Umgehensweise mit Handys und alltägliche Gebrauchsmuster sehen sich vermehrt kontroversen Diskussionen ausgesetzt. (red., 14.03.2019)

    • Whatsapp, Facebook, Instagram, Twitter: Es gibt genügend Gründe, um Zeit am Handy zu verbringen
      foto: ap/karly domb sadof

      Whatsapp, Facebook, Instagram, Twitter: Es gibt genügend Gründe, um Zeit am Handy zu verbringen

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