Reporter ohne Grenzen begrüßt Ankaras Wende im Fall von ZDF-Reporter

    13. März 2019, 12:29
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    "Objektive und faire" Behandlung auch für andere Journalisten gefordert

    Istanbul – Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) hat die Kehrtwende Ankaras im Fall des ZDF-Korrespondenten Jörg Brase begrüßt und zugleich eine "faire" Behandlung aller Journalisten gefordert. Man sei froh darüber, dass die Arbeitserlaubnis für Brase nun doch ausgestellt werde, teilte der ROG-Experte in Istanbul, Erol Önderoglu, über seine Organisation am Mittwoch auf Twitter mit.

    Er erwarte nun eine "objektive und faire Prozedur und Behandlung" des Tagesspiegel-Korrespondenten Thomas Seibert und anderer Journalisten, die keine Pressekarten erhalten hätten. Der NDR-Reporter Halil Gülbeyaz, dem die Akkreditierung ebenfalls verweigert wurde, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die angekündigte Rückkehr Brases sei eine "positive Entwicklung", man dürfe jedoch nicht zwischen den einzelnen Journalisten unterscheiden. "Das ist eine Sache des Prinzips. Entweder es gibt eine freie Presse oder es gibt sie nicht", sagt er. Er hoffe, dass die Türkei umdenke.

    Warten auf neue Ausweise

    Das dem Büro des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unterstellte Presseamt in Ankara hatte Brase, Seibert und dem nicht ständig in der Türkei lebenden Gülbeyaz vor rund zehn Tagen ohne Angabe von Gründen die Verlängerung der Pressekarte und damit der Arbeitserlaubnis verweigert. Am Sonntag mussten Brase und Seibert deswegen die Türkei verlassen. Am Dienstag dann revidierte Ankara seine Entscheidung im Fall Brase und teilte dem ZDF-Korrespondenten nach dessen Angaben mit, dass er nun doch eine Karte erhalte. Brase kündigte daraufhin an "in den kommenden Tagen" nach Istanbul zurückzukehren.

    Die Pressekarten ausländischer Korrespondenten in der Türkei laufen jedes Jahr Ende Dezember ab und müssen dann neu beantragt werden. Derzeit warten weiter rund ein Dutzend deutsche Journalisten sowie zahlreiche internationale Korrespondenten auf die neuen Ausweise. Wochenlang hatten sich hochrangige Diplomaten und Politiker hinter den Kulissen für die Korrespondenten eingesetzt. Österreichische Journalisten sind nach Informationen des Außenministeriums nicht betroffen. (APA, 13.3.2019)

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