"Erdölfreie Gesellschaft": Regierung beschließt Bioökonomiestrategie

    13. März 2019, 12:21
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    Der Fokus soll auf Holzindustrie und der Landwirtschaft liegen

    Wien – Die Regierung verabschiedet heute in ihrer wöchentlichen Sitzung eine Bioökonomiestrategie. "Es geht darum, den Weg hin zu einer erdölfreien Gesellschaft aufzuzeigen", sagte Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) vor dem Ministerrat am Mittwoch zu der ins Auge gefassten Bioökonomiestrategie.

    Bis Herbst solle ein konkreter Arbeitsplan ausgearbeitet werden. Denn: "Der Klimaschutz ist der Bundesregierung wirklich ein wichtiges Anliegen", betonte Köstinger. An dem Projekt sind auch das Infrastruktur- und Bildungsministerium beteiligt. "Die Frage der Kreislaufwirtschaft ist für die Wissenschaft eine wichtige Sache", meinte Bildungs-Ressortchef Heinz Faßmann (ÖVP) dazu.

    Es geht darum, nicht erneuerbare Rohstoffe durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Österreichs größtes Rohstoffpotenzial sei Holz, die Landwirtschaft das zweite Standbein für die Bioökonomie, heißt es in einer der APA vorliegenden Unterlage. Die Strategie widmet sich auch dem Kampf gegen die Bodenversiegelung. Lehrstehende Gewerbefläche an Stadträdern sollten genützt werden anstatt auf der grünen Wiese neu zu bauen.

    Mehrere Branchen betroffen

    Das Thema betrifft nicht nur Bauern und Forstwirte, sondern mehrere große Branchen, darunter Papier-, Leder-, Textil-, Chemie- und Pharmaindustrie und auch Teile der Energiewirtschaft. Die Baustoffindustrie hat im Vorfeld mehr Sachlichkeit eingefordert. Die Unternehmen der Stein- und keramischen Industrie seien mit drohenden Eingriffen in den freien Wettbewerb durch Schlechterstellungen von Baustoffen konfrontiert, weil Holz forciert werde.

    Laut einer Expertenbefragung liegt ein enormes Potenzial in der Bioökonomie, sie könne mit 31 Prozent zur Reduktion von Treibhausgasemissionen beitragen. Die eingebundenen Fachleute drängen darauf, den Anteil nachwachsender Rohstoffe im Vergleich zum Gesamtrohstoffeinsatz bis 2030 gegenüber 2012 um die Hälfte zu erhöhen.

    Die Erstellung der Bioökonomiestrategie war im Mai 2018 ankündigt worden. Sie ist Teil der "#Mission2030" genannten Klima- und Energiestrategie. (APA, 13.3.2019)

    • Bis Herbst will die Regierung einen konkreten Plan zur Bioökonomiestrategie vorlegen.
      foto: apa/georg hochmuth

      Bis Herbst will die Regierung einen konkreten Plan zur Bioökonomiestrategie vorlegen.

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