Norwegian will als erste Airline Entschädigung von Boeing fordern

    13. März 2019, 10:43
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    Die Fluglinie besitzt 18 Maschinen vom Typ 737 Max 8

    Oslo/Chicago – Nach dem Flugzeugabsturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien und der Sperrung des Luftraums in zahlreichen Ländern hat eine erste Airline Entschädigungsforderungen angekündigt. Der Billigflieger Norwegian, der 18 dieser Maschinen besitzt, werde Boeing "die komplette Rechnung schicken", sagte ein Sprecher am Mittwoch dem Wirtschaftsportal e24.no.

    "Norwegian darf nicht wirtschaftlich bestraft werden, weil ein komplett neues Flugzeug nicht fliegen kann", erklärte der Sprecher.

    Tui will fremdchartern

    Der Tui-Konzern will den Ausfall seiner Boeing-737-Max-8-Flotte infolge von Flugverboten vor dem Osterreiseverkehr auch durch das Fremdchartern von Flugzeugen kompensieren. "Für Deutschland ist das Thema ja irrelevant, weil wir hier noch keine Maschinen dieses Typs haben – in den anderen Ländern werden wir jedoch die Kapazitäten anpassen müssen", sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt am Dienstag.

    Geplant seien zudem der Rückgriff auf Ersatzkapazitäten sowie Umbuchungen von Passagieren auf andere Flüge, sagte Dünhaupt der Deutschen Presse-Agentur. Erschwerend sei aber die Unklarheit über die Dauer der erlassenen Flugverbote.

    Zur Flotte des weltgrößten Reisekonzerns gehören 15 Boeing 737 Max 8, die in Großbritannien und den Benelux-Staaten auf Strecken zu den Kanaren oder den Kapverden im Einsatz sind. Die Einführung des jüngsten Boeing-Modells in Deutschland ist nun fraglich – ursprünglich sollte die erste Übergabe an Tuifly Deutschland diese Woche erfolgen.

    Updates

    Zur Frage von Kompensationszahlungen für den Ausfall wollte sich Tui zunächst nicht äußern. Die von Boeing in Aussicht gestellten Updates für eine möglicherweise problematische Steuerungssoftware der Boeing 737 Max 8 werden in den nächsten Tagen erwartet und sollen dann auf die Bordcomputer geladen werden. Eine eigene Schulung der Tui-Besatzungen sei dafür nicht nötig.

    Am Sonntag war eine Boeing der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start abgestürzt, alle 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Erst im Oktober war eine solche Maschine der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air kurz nach dem Start verunglückt. Zahlreiche Länder, darunter die gesamte EU, sperrten daraufhin ihren Luftraum für die Maschine. Am Mittwoch kamen unter anderen Neuseeland, Vietnam, Serbien und Ägypten hinzu. (APA, 13.3.2019)

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