Bankpartner: Eigene Konzession der Post wieder im Gespräch

    13. März 2019, 07:00
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    Bei der Suche nach einem neuen Bankpartner halten sich hartnäckige Gerüchte, wonach die Post AG um eine eigene Bankkonzession ansuchen werde

    Wien – Die Post arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung, um die Lücke schließen zu können, die mit Auslaufen des Vertrags mit der Bawag entstehen wird. Die Post müsse ihren Bankkunden dann rasch etwas Neues bieten können, heißt es in der Branche, der Kundenstock werde rasch an Wert verlieren. Die Anwälte der Post sollen mit diversen Varianten ordentlich beschäftigt sein, ist zu hören. Angeblich befasst sich auch der Aufsichtsrat des teilstaatlichen Konzerns am heutigen Mittwoch mit dem Thema.

    Was die Suche nach einem neuen Bankpartner betrifft, halten sich hartnäckige Gerüchte, wonach die Post AG um eine eigene Bankkonzession ansuchen werde. Das Problem an der Sache: Es dauert in der Regel 18 Monate, bis die Aufsicht ihren Segen erteilt. Ein ähnliches Modell hatte die Post AG schon bei der (letztlich gefloppten) Kooperation mit der deutschen Fintech-Group geplant. Auch da wollte man eine eigene Bank gründen, an der die Post die Mehrheit gehalten hätte. Ausgemacht war zudem eine wechselseitige Beteiligung von Post und Fintech; die Post ihrerseits hatte auch bereits Fintech-Papiere gekauft, 35 Millionen Euro wurden (vor)eilig investiert. Die Kooperation ist dann geplatzt, die Fintech-Group-Papiere verloren kräftig an Wert, was der Post hohe Buchverluste beschert.

    Das angepeilte Joint Venture hätte einen Kooperationsvertrag mit der Post AG abschließen sollen, zur Nutzung des Filial- und Vertriebsnetzes mit den 433 eigenbetriebenen Post-Filialen und 1351 Post-Partnern.

    Die Bawag ist nur noch bis Jahresende Partner. Sie kam mit der Übernahme der Postsparkasse in die Filialen, die Zusammenarbeit wurde vertraglich paktiert. Im Vorjahr wurde dann eine Kooperation mit den Volksbanken verhandelt, die eine Beteiligung der Post an der Volksbank Wien mit 30 Prozent vorgesehen hätte. Doch im dezentralen Bankensektor regte sich Widerstand im Westen des Landes. Die Auslagerung von Kunden in die Postfilialen würden dem eigenen Geschäft schaden, hieß es in einem Gutachten der Volksbank Vorarlberg.

    Letztlich scheiterten die Pläne. An der Gerüchtebörse wurden auch die spanische Großbank Santander und die österreichische Anadi Bank, die aus dem Inlandsgeschäft der Kärntner Hypo entstand, als Interessenten für die Postpartnerschaft gehandelt. Dann kam völlig überraschend die Lösung mit der Fintech-Group, die nur kurz Bestand hatte. (gras, 13.3.2019)

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