Mehr als 1.100 Tote durch Masern-Epidemie in Madagaskar

    12. März 2019, 10:23
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    Die Weltgesundheitsorganisation WHO und lokale Behörden starteten Impfkampagne – auch in Neuseeland, der Ukraine und den Philippinen breiten sich Masern aus

    Antananarivo/Wellington – Die Zahl der Toten durch die Masern-Epidemie in Madagaskar ist auf mehr als 1.140 gestiegen. Die meisten Opfer sind Kinder im Alter bis zu 14 Jahren, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag mitteilte. Vor knapp einem Monat hatte die WHO noch von 900 Toten gesprochen. Die Zahl erfasster Infektionen stieg seither von 66.000 auf inzwischen 87.000.

    Die virale Krankheit ist hochansteckend, lässt sich durch Impfungen aber leicht vermeiden. Die WHO und örtliche Behörden haben in dem Inselstaat vor der Südostküste Afrikas eine Impfkampagne begonnen, die gut sechs Millionen Kinder erreichen soll. Zudem sollen Behörden verstärkt die Bevölkerung aufklären und impfkritische Botschaften entkräften. Madagaskar mit rund 25 Millionen Einwohnern gehört einem UN-Index zufolge zu den 30 ärmsten Staaten der Welt.

    Weltweit hat sich die Zahl gemeldeter Masern-Erkrankungen 2018 im Vergleich zum Vorjahr nach vorläufigen Zahlen auf 229.000 Fälle verdoppelt, wie die WHO kürzlich mitteilte. Die tatsächliche Zahl dürfte aber über der Zwei-Millionen-Grenze liegen, sagte Katherine O'Brien, Direktorin der WHO-Impfabteilung.

    Mehrere Länder von Masernausbrüchen betroffen

    Auf der Südinsel Neuseelands wurden in den vergangenen Tagen mehr als zwei Dutzend Masern-Fälle registriert, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag mit. Befürchtet wird, dass sich das hochansteckende Virus schnell verbreitet. Mit einem sofortigen Impfprogramm, für das der Staat 100.000 Impf-Dosen kostenlos zur Verfügung stellt, soll eine Epidemie verhindert werden.

    Gesundheitsminister David Clark appellierte vor allem an Eltern, ihre Kinder vorbeugend impfen zu lassen. Auffällig ist, dass auch viele Erwachsene an Masern erkrankt sind – etwa ein Drittel aller registrierten Fälle betreffen die Altersgruppe von 29 bis 50 Jahren. Erwachsenen wurde daher empfohlen, ihren Impfschutz prüfen zu lassen.

    Auch die Ukraine und die Philippinen sind derzeit von größeren Masern-Epidemien betroffen. Das Kinderhilfswerk Unicef schlug deshalb kürzlich Alarm. In Deutschland mehren sich derzeit ebenfalls die Masern-Fälle: In den ersten sieben Wochen des Jahres wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin zufolge bereits 132 Fälle registriert – nach 46 Fällen im Vorjahreszeitraum. (APA, dpa, 12.3.2019)

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