Tiefenstruktur einer Partei

Einserkastl11. März 2019, 18:13
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Zwei Nationalratsabgeordnete der FPÖ befanden sich in einer geschlossenen Facebook-Gruppe namens "Deutsches Reich"

Frau Edith Mühlberghuber und Herr Peter Gerstner (beide aus NÖ) sind aus dem "Deutschen Reich" ausgetreten. Wie sie da hineingekommen sind, wollen sie nicht sagen (Mühlberghuber) oder wissen sie nicht (Gerstner): Er sei "nicht aktiv eingetreten". Beim Deutschen Reich handelt es sich übrigens um eine Facebook-Gruppe, deren Motto lautet, dass das Deutsche Reich von 1871 fortbesteht. Und wo Einträge stehen wie: "Kein einziger Jude ist durch eine Tötungskammer umgebracht worden" und "Adolf Hitler über die, die das deutsche Volk ausplündern".

Haben wir schon gesagt, dass Mühlberghuber und Gerstner Abgeordnete der FPÖ zum österreichischen Nationalrat sind? Zweifellos Einzelfälle.

Ebenso wie es natürlich ein Einzelfall ist, dass in der Facebook-Gruppe "FPÖ-Fan-Klub" üble Hasspostings gegen die SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner abgesondert wurden ("Brennt dir der Tamponfaden, oder was?"). Dies und Ärgeres stand einen ganzen Tag auf der Seite (die von Harald Vilimsky gelikt wurde). Entschuldigung des Administrators: Er habe einen Schlaganfall gehabt, und "das Wetter war sehr windig, dadurch konnte ich mich kaum bewegen".

Inzwischen ist das gelöscht, und das "Deutsche Reich" muss ohne die beiden FPÖ-Abgeordneten (die auf die Republik vereidigt sind) auskommen. Wer nicht blind sein will, der kann die Tiefenstruktur dieser Partei erkennen. (Hans Rauscher, 11.3.2019)

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Zum Thema:

Zwei FPÖ-Abgeordnete in NS-verherrlichender Facebook-Gruppe

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