Zwei Drittel der Deutschen gegen vorzeitigen Rücktritt Merkels

    11. März 2019, 12:47
    19 Postings

    Wunsch seit Februar 2018 um 12 Prozentpunkt gestiegen

    Köln – Zwei Drittel der Deutschen lehnen einen vorzeitigen Rücktritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel ab und wünschen sich, dass die 64-Jährige bis zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2021 regiert. Diesen Wunsch haben laut dem am Montag veröffentlichten RTL/n-tv-Trendbarometer zwei Drittel der deutschen Wahlberechtigten (67 Prozent).

    Nur 29 Prozent der Befragten wollen, dass Merkel vorzeitig geht. Damit ist der Wunsch, sie als Kanzlerin zu behalten, seit Februar 2018 um zwölf Prozentpunkte gestiegen. Die Diskussion über einen Koalitionsbruch war vergangene Woche von einzelnen SPD-Politikern ausgelöst worden. Sie hatten mit dem Ende der Regierung gedroht, falls die CDU/CSU versuchen sollte, die Kanzlerin vor dem Ende der Wahlperiode durch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer zu ersetzen. Spitzenpolitiker von CDU und CSU kritisierten derartige Spekulationen. Die Werte-Union, eine besonders konservative Gruppe von Unionspolitikern, plädiert offen für einen baldigen Wechsel im Kanzleramt. Am Donnerstag wollen die Spitzen der drei Parteien erneut zu einem Koalitionsausschuss zusammenkommen.

    14. Dienstjahr

    Die Christdemokratin Merkel ist seit 2005 deutsche Kanzlerin. Im November würde sie 14 Jahre im Amt sein. Ihr CDU-Vorgänger Helmut Kohl führte die Regierungsgeschäfte in Deutschland 16 Jahre lang.

    Wenn Merkel vor Ablauf der Amtszeit zurückträte, wären laut der Umfrage 56 Prozent für Neuwahlen. 17 Prozent wären für eine Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen, zwölf Prozent würden eine Fortsetzung der Großen Koalition bevorzugen. Acht Prozent plädieren für eine Minderheitsregierung aus CDU, CSU und Grünen.

    Sollte Merkel das Kanzleramt früher aufgeben, wären 39 Prozent der Wahlberechtigten für Kramp-Karrenbauer, 28 Prozent für Friedrich Merz und 33 Prozent für keinen von beiden als Nachfolger aus den CDU-Reihen.

    Forsa-Chef Manfred Güllner sagte der Mediengruppe RTL: "Anders als 1998, als viele sich wünschten, Kohl wäre nicht mehr Kanzler, ist 2019 von einer ähnlichen "Merkel-Dämmerung" nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil: Angesichts der krisenhaften Entwicklungen in der Welt sieht heute die Mehrheit der Bundesbürger keine Alternative zu Merkel." (APA, 11.3.2019)

    • Artikelbild
      foto: apa/dpa/kappeler
    Share if you care.