Tod von Promi-Wirt: Verdächtige Ehefrau war stark alkoholisiert

    11. März 2019, 10:11
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    Die 30-Jährige hatte laut ihrem Verteidiger 2,4 Promille Alkohol im Blut. Bei ihrem getöteten Ehemann wurde Kokain in der Hosentasche gefunden

    Salzburg / Bezirk St. Johann im Pongau – Nach dem gewaltsamen Tod eines bekannten Skihüttenwirts im Salzburger Pongau sind am Montag weitere Einzelheiten bekannt geworden. So war die wegen Mordverdachts verhaftete 30-jährige Ehefrau des 57-Jährigen zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert. "Sie hatte 2,4 Promille Alkohol im Blut", bestätigte ihr Verteidiger Kurt Jelinek am Montag entsprechende Medienberichte.

    Ob und wie stark der Wirt alkoholisiert war, war seinen Angaben zufolge noch unbekannt. "Das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung steht noch aus", sagte der Anwalt. Auf jeden Fall sei in der Hosentasche des Mannes Kokain gefunden worden.

    Todesursache Lungendurchstich

    Seine Mandantin bekenne sich weiterhin nicht schuldig, sagte Jelinek. Sie hatte in ihrer Einvernahme am Samstag ausgesagt, zum Tatzeitpunkt ein Küchenmesser in der Hand gehabt zu haben. Es sei zu einem Handgemenge und im Zuge dessen zur Stichverletzung gekommen. Sie bestritt jedoch, mit Vorsatz gehandelt zu haben.

    Laut vorläufigem Obduktionsergebnis dürfte der 57-Jährige an einem Lungendurchstich zwischen linker Achselhöhle und Brustwarze gestorben sein. Der Expertise zufolge sei zwar eine Selbstzufügung des Stiches "nicht absolut auszuschließen", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Marcus Neher, den "Salzburger Nachrichten", aber "eine Fremdbeibringung des Stiches ist laut Gerichtsmedizin die viel wahrscheinlichere Variante". Die Verletzung in diesem Bereich würde nicht mit den Angaben der Frau zusammenpassen, dass es ein tragischer Unfall gewesen sei.

    Suizid schnell ausgeschlossen

    Der Szenewirt war am 3. März unter zunächst ungeklärten Umständen in der Küche seines Betriebs ums Leben gekommen. Ein Mitarbeiter dürfte ihn kurz nach Mitternacht mit einem Küchenmesser in der Brust leblos am Boden gefunden haben. Nachdem die Staatsanwaltschaft den Fall zunächst auch als möglichen Suizid behandelt hatte, erhärtete sich im Zuge der Obduktion der Verdacht eines Fremdverschuldens. Am Freitag wurde ein Haftbefehl gegen die Ehefrau erlassen. Als sie davon erfuhr, stellte sie sich noch am selben Abend der Polizei.

    Vor seinem Ableben soll sich der Mann während einer Party auf der Hütte heftig mit seiner Gattin gestritten haben. Das Paar hatte erst im Mai 2017 geheiratet. Die Skihütte des Wirts, der zudem ein Hotel und ein Chalet betreibt, zog in der Vergangenheit zahlreiche Prominente aus Österreich und Deutschland an. (APA, 11.3.2019)

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