Volksanwaltschaft kritisiert AMS-Algorithmus

    10. März 2019, 12:42
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    Kräuter: Computerprogramm könnte Vorurteile einzementieren – Nach Testphase im Parlament durchleuchten

    Wien – Wer sich arbeitslos meldet wird von einem Computerprogramm bewertet und eingeteilt: Der derzeit im Testbetrieb befindliche AMS-Algorithmus zur Ermittlung der Arbeitsmarktchancen von Arbeitslosen wird von der Volksanwaltschaft kritisch gesehen. Volksanwalt Günther Kräuter fordert nun im Anschluss an die Versuchsphase zur Kategorisierung von Menschen ohne Arbeit eine breite parlamentarische Debatte.

    "Frauen, vor allem alleinerziehende Mütter, Menschen mit Beeinträchtigungen oder Menschen, die bereits länger Arbeit suchen, befürchten zusätzlich verkürzte Chancen durch Abschläge für diese Lebensumstände", so Kräuter am Sonntag in einer Aussendung der Volksanwaltschaft. Dass letztlich ohnehin die AMS-Mitarbeiterin oder der AMS-Mitarbeiter entscheide, ist aus seiner Sicht eine "lebensfremde Illusion".

    Blindes Vertrauen befüchtet

    Studien belegen laut Kräuter, dass solche Computerentscheidungen nur sehr selten von Menschen korrigiert werden. "Vor der definitiven Einführung muss der Algorithmus im Parlament grundsätzlich durchleuchtet werden", so Kräuter. Es bestehe die Gefahr, dass Vorurteile einzementiert werden.

    Am besten würde sich eine "parlamentarische Enquete" mit dem Sozialministerium, dem AMS, Ländervertretungen, Fachleuten, Betroffenen und allen parlamentarischen Fraktionen eignen, so der Kräuter (APA, 10.3.2019)

    • Die Volksanwaltschaft sieht den AMS-Algorithmus mit Skepsis. Vor- und Nachteile sollten in einer parlamentarischen Enquete erwogen werden, sagt Volksanwalt Günther Kräuter
      foto: apa / roland schlager

      Die Volksanwaltschaft sieht den AMS-Algorithmus mit Skepsis. Vor- und Nachteile sollten in einer parlamentarischen Enquete erwogen werden, sagt Volksanwalt Günther Kräuter

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