Herzog mit ÖESV-Rekord zum Gewinn des 500-m-Weltcups

    9. März 2019, 23:42
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    23-Jährige in Salt Lake City erstmals unter 37 Sek. – Am Sonntag im letzten Saison-Rennen nicht mehr einzuholen

    Salt Lake City (Utah) – Österreichs Eisschnelllauf-Star Vanessa Herzog hat am Samstag mit dem Gewinn des 500-m-Gesamtweltcups auch ihr letztes großes Saisonziel erreicht. Auf der super-schnellen Bahn von Salt Lake City erledigte sie die Aufgabe als Lauf-Zweite mit dem nationalen Rekord von 36,85 Sek. mit Bravour, womit sie im 500er am Sonntag nicht mehr einzuholen ist. Über 1.000 m belegte Herzog Weltcup-Endrang vier.

    Unter magischer 37-Sekunden-Marke

    Herzog war im 500-m-Weltcup mit komfortablem Vorsprung in dieses Wochenende gegangen, allerdings nach der langen Saison auch schon ausgelaugt. Sie benötigte noch einige Punkte, um wie im Vorjahr die 500-m-Wertung zu gewinnen, und schaffte das mit einer Glanzleistung. Als siebente Läuferin überhaupt blieb sie über diese Sprintdistanz unter 37 Sekunden, wurde zudem zur schnellsten Europäerin sowie zur viertschnellsten Frau der Geschichte über diese Distanz. Ihre beim Lauf zu WM-Gold vier Wochen davor fixierte nationale Bestleistung unterbot sie im Sog von Nao Kodaira um 27/100 Sekunden.

    Die Japanerin hatte bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften – eben gegen Herzog – ihre einzige 500-m-Niederlage der Saison erlitten, hielt sich aber diesmal mit 36,47 schadlos. Damit blieb sie nur 11/100 über dem Weltrekord. Kodaira hatte im Saisonverlauf drei Rennen des 500-m-Weltcups nicht bestritten und hatte so gegen die konstante Herzog keine Chance. Die Wahl-Kärntnerin gewann von den zehn bisherigen Rennen drei und wurde die übrigen sieben Male Zweite.

    "Hat sich eher langsam angefühlt"

    Mit dem Gesamtweltcupsieg über 500 m sah die 23-Jährige ihr letztes großes Saisonvorhaben erfüllt, nachdem sie im Jänner in Klobenstein auch Sprint-EM-Gold und bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften in Inzell außer 500-m-Gold auch Silber über 1.000 m geholt hatte. Bei den Sprint-Weltmeisterschaften war sie zuletzt Vierte geworden: "Der Gesamtweltcupsieg war ein riesiges Ziel von mir", sagte sie. "Ich war extrem konstant heuer. Ich freue mich mega über die den Gesamtsieg."

    Dabei hatte war sie sich im schnellsten Rennen ihrer Karriere gar nicht so schnell vorgekommen. "Das Rennen hat sich eher langsam angefühlt", meinte sie. "Ich bin vom Start nicht gut weggekommen und vom Feeling her hat mir Nao schon am ersten Schritt drei Meter abgenommen. Ich habe mich aber dann zurückgekämpft, und speziell die Gegengerade sowie die Schlusskurve waren richtig gut. Ich bin ja noch nie unter 37 Sekunden gelaufen, das war wirklich genial."

    Ausgelaugt auf 1000er

    Über 1.000 m war Herzog hinter Brittany Bowe als Zweitbeste der bisherigen Saison in das Rennen gegangen, rund eineinhalb Stunden nach ihrem 500-m-Glanzlauf fehlte es ihr aber an Substanz. In einer Konkurrenz mit zehn persönlichen Bestzeiten wurde sie unter zwölf Konkurrentinnen in 1:14,96 Min. Elfte, rutschte damit im 1.000-m-Weltcup noch auf Rang vier ab. Bowe triumphierte mit Weltrekord von 1:11,61 Min. und holte sich mit klarem Vorsprung die Gesamtwertung.

    "Nach 600 Meter war der Akku einfach komplett leer. Aber ich bin mit dem vierten Gesamtrang auf dieser Distanz auch sehr zufrieden", bilanzierte Herzog nach ihrem 1.000-m-Auftritt. "Die drei vor mir waren einfach die ganze Saison schon stärker und das ist verdient dann." Mit dem 500-m-Rennen am Sonntag (21.35 Uhr MEZ) geht es für Herzog ein letztes Mal in ihrer bisher stärksten Saison noch einmal um eine gute Zeit und um Punkte.

    Tag der Weltrekorde

    Der Samstag wurde auch abseits der Marke über 1.000 m der Damen zum Weltrekord-Festival. Bowe machte da nur den Abschluss, wobei sie die bisherige Bestmarke Kodairas um gleich 48/100 unterbot. Kurz davor hatte die Japanerin Miho Takagi in 1:11,71 zugeschlagen. Im 1.000er der Herren blieben mit Kjeld Nuis (1:06,18), Thomas Krol (1:06,25) und Kai Verbij (1:06,34) die drei erstplatzierten Niederländer unter dem alten Weltrekord (1:06,42.).

    Weltrekorde liefen in der Olympia-Halle von 2002 auch Martina Sablikova über 3.000 m in 3:52,02 sowie der Russe Pawel Kulischnikow über 500 m in 33,61. Damit war er um gleich 37/100 schneller als er selbst bei seiner bisherigen Weltbestmarke. (APA, 9.3.2019)

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