ÖVP, FPÖ und SPÖ klar gegen Kapsch-Ruf nach Feiertags-Aus

    9. März 2019, 21:07
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    ÖVP-Klubchef Wöginger: "Vollkommen realitätsfremd, um nicht zu sagen absurd" – Vilimsky: "Völlig entbehrlicher Diskussionsbeitrag"

    Wien – Die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ haben sich am Samstag ganz klar gegen den "Denkansatz" von Industriellenvereinigungs-Präsident Georg Kapsch ausgesprochen, der eine generelle Abschaffung der Feiertage ins Spiel gebracht hatte. Sowohl ÖVP-Klubchef August Wöginger wie auch FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky lehnten die Überlegungen als "realitätsfremd" bzw. "absurd" ab.

    "Die Aussage von IV-Präsident Georg Kapsch, die Feiertage abzuschaffen, ist vollkommen realitätsfremd, um nicht zu sagen absurd", sagte Wöginger in einer Stellungnahme gegenüber der APA. "Feiertage sind und bleiben wesentlicher Bestandteil in Österreich, nicht nur für die Religionsausübung, Zeit für die Familien sondern auch für die Freizeitgestaltung und das Ehrenamt. Als Volkspartei garantieren wir, dass daran niemals gerüttelt wird."

    Fantasien unerwünscht

    Auch Vilimsky wies die Idee strikt zurück: Die "Feiertags-Fantasien" Kapschs seien "ein völlig entbehrlicher Diskussionsbeitrag. Die Umwandlung von gesetzlichen Feiertagen in persönliche Urlaubstage wird es niemals in Österreich geben und wäre auch nur absurd". Es sei "völlig unverständlich, warum Herr Kapsch hier medial für Verunsicherung sorgt".

    Auch SPÖ dagegen

    Auch die SPÖ hat den Vorschlag Kapsch scharf zurückgewiesen. Dieser Vorstoß lasse "alle Alarmglocken schrillen", sagte SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch am Samstag in einer Aussendung.

    Denn es habe sich "schon oft gezeigt, dass ÖVP und FPÖ willfährige Erfüllungsgehilfen der Wirtschaft sind", so der SPÖ-Abgeordnete. "Obwohl ÖVP und FPÖ in einer ersten Reaktion zurück gerudert sind, bleibt der Eindruck, dass Kurz und Strache die Geister, die sie riefen, offenbar nicht loswerden. Da hilft auch das ganze Dementieren nichts", sagte Muchitsch. Die ÖVP-FPÖ-Regierung vertrete nicht die Interessen der Arbeitnehmer, sondern hänge "am Gängelband von Industrie, Wirtschaft und ihrer Großspender", das habe die Koalition "mit der Einführung des 12-Stunden-Tags deutlich bewiesen". Auch "die Streichung des freien Karfreitags" habe gezeigt, "dass in der Regierung Industrie und Wirtschaft den Ton angeben".

    Kapsch hatte im "Kurier" gemeint, man könnte die Feiertage abschaffen, ohne jemandem etwas wegzunehmen. Die Anzahl der bestehenden Feiertag könnte dann in Urlaubstage umgewandelt werden, so die Idee. (APA, 9.3.2019)

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