Fall Lüdge: Wegen Kinderporno Vorbestrafter arbeitet als Polizist

    9. März 2019, 11:57
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    Laut Ministerium ist Beamter nicht mit den Ermittlungen befasst

    Düsseldorf – Bei den internen Untersuchungen des polizeilichen Sonderermittlers im Fall Lügde ist einem Zeitungsbericht zufolge ans Licht gekommen, dass bei der Kreispolizeibehörde Lippe ein wegen Kinderpornografie vorbestrafter Polizist tätig ist. Der Mann sei im Jahr 2011 wegen des Besitzes und Beschaffens von Kinderpornografie verurteilt worden, berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger" am Samstag unter Berufung auf das nordrhein-westfälische Innenministerium.

    Die zuständige Behörde habe seinerzeit bei Gericht die Entlassung des Beamten beantragt, die Richter hätten jedoch eine Degradierung für ausreichend gehalten. Der Polizist sei nicht in die aktuellen Ermittlungen eingebunden gewesen, hieß es weiter.

    Weiterer Fall bekannt geworden

    Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete, veranlasste Innenminister Herbert Reul (CDU) nach Bekanntwerden des Falls Lügde, dass alle Sexualdelikte festgestellt wurden, an denen Polizisten der Kreispolizei Lippe beteiligt waren. Dabei wurde ein weiterer Fall aus dem Jahr 2011 bekannt, bei dem ein Beamter in seinem privaten Badezimmer heimlich eine Videokamera installiert hatte. Zudem wurde ein Vorgang aus dem Jahr 2013 entdeckt, bei dem ein Tutor eine Kommissaranwärterin belästigt hatte.

    Nach Angaben des NRW-Innenministeriums wurde die Kreispolizeibehörde Lippe jetzt angewiesen, "beim aktuellen und künftigen Einsatz der Polizeibeamten ihre Vorgeschichte zwingend zu berücksichtigen".

    Datenträger verschwunden

    Nach dem Missbrauchsskandal auf dem Campingplatz in Ostwestfalen waren in der Kreispolizeibehörde 155 sichergestellte Datenträger unter mysteriösen Umständen verschwunden. Reul hatte daraufhin einen Sonderermittler aus dem Landeskriminalamt nach Detmold entsandt, der aufklären soll, wie es dazu kommen konnte.

    Die Missbrauchsserie von Lügde war am 30. Jänner bekannt geworden. Auf dem dortigen Campingplatz sollen über zehn Jahre hinweg mindestens 31 Kinder missbraucht worden sein. Die meisten waren zwischen vier und 13 Jahre alt. Es gibt insgesamt sieben Verdächtige. (APA, 9.3.2019)

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