Kabinenstreit bei Real: Ramos legt sich mit Präsident Perez an

    8. März 2019, 13:28
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    Das Aus in der Champions League hat bei Real Madrid tiefe Spuren hinterlassen

    Madrid – Königlicher Zoff: Nach dem blamablen Achtelfinal-K.o. in der Champions League gegen Ajax Amsterdam hat es beim entthronten Titelverteidiger Real Madrid heftiger gekracht als bislang angenommen. Und im Mittelpunkt steht mal wieder Sergio Ramos. Der gesperrte Kapitän eilte nach der 1:4-Pleite im Rückspiel in die Kabine, wo er sich nach übereinstimmenden Medienberichten mit dem aufgebrachten Real-Präsident Florentino Perez anlegte und sogar seinen Rauswurf provozierte.

    Perez las seinen Millionen-Stars zunächst die Leviten, angeblich soll sogar das Wort "schändlich" gefallen sein. Auch das zu ausschweifende Privatleben einiger Spieler soll der Klubboss kritisiert haben. Ramos hielt nicht lange still und konterte, dass auch eine verfehlte Transferpolitik Schuld an der Misere sei. Daraufhin soll Perez dem Enfant terrible mit dem Rauswurf gedroht haben. Laut Marca und AS reagierte Ramos mit der höchsten Provokationsstufe: "Perfekt. Zahle mir, was du mir schuldest, und ich haue ab."

    Symbol für den Absturz

    Ramos ist gerade dabei, sein eigenes Denkmal bei den Königlichen zu zerstören. Der Innenverteidiger, der seit knapp 14 Jahren die Knochen für Real hinhält, der in Zweikämpfen bis an die Grenze des Erlaubten geht und manchmal auch darüber hinaus, der Madrid mit seinen Grätschen und Kopfballtoren immer wieder rettete – er ist zum Symbol für den Absturz des spanischen Rekordmeisters geworden.

    Kritiker des früheren Welt- und Europameisters hatten leichtes Spiel, Ramos als einen Hauptschuldigen für den Champions-League-K.o. auszumachen. Im Hinspiel hatte er sich absichtlich eine Gelbe Karte abgeholt, um unbelastet ins Viertelfinale zu gehen. Doch Ramos verplapperte sich im Interview, die UEFA sperrte ihn für zwei Europacupspiele – und die Amsterdamer bestraften ihn auf ihre Art.

    Mentalitätsmonster

    Der "Zahlt-mich-aus-und-werft-mich-raus"-Spruch dürfte Ramos bei den eigenen Anhängern weiteren Kredit kosten, auch wenn er vielleicht nicht ganz ernst gemeint war. Sollte Klubchef Perez tatsächlich darüber nachdenken, den 32-Jährigen rauszuschmeißen, muss er gar nicht so tief in die Tasche greifen. Ramos' Vertrag läuft im Sommer 2020 aus, sein Jahresgehalt wird auf zehn Millionen Euro geschätzt.

    Wahrscheinlicher aber ist, dass sich einige Klubs bei Perez melden, die das Mentalitätsmonster gerne unter Vertrag nehmen würden. Eine Vertragsverlängerung bei Real scheint äußerst fraglich, zumal Ramos kürzlich eine Gehaltserhöhung von sechs Millionen Euro pro Jahr gefordert haben soll. Laut spanischen Medienberichten soll Ramos verlangt haben, mindestens einen Euro mehr zu verdienen als Topverdiener Gareth Bale.

    Ramos' Verhandlungsposition hat sich nach dem Kabinen-Zoff sicher nicht verbessert. Im Gegenteil: Die Zeichen stehen mehr denn je auf Trennung. (sid, 8.3.2019)

    • Rambo Ramos tut weh.
      foto: apa/ap photo/hassan ammar

      Rambo Ramos tut weh.

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