Eigenes 5G-Netz: Diskonter Spusu bläst zu Kampf gegen A1 und Co

    11. März 2019, 13:47
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    Das Unternehmen will A1, T-Mobile und "3" fordern. Die Telekombehörde unterstützt kleine Anbieter

    Mit dem Mobilfunkdiskonter hatte kaum jemand gerechnet. Dementsprechend groß war die Überraschung, dass sich auch der kleine Anbieter Spusu / Mass Response um 1,8 Millionen Euro 5G-Frequenzen zugelegt hat. Damit sollen nun Gemeinden in Niederösterreich mit 5G-Mobilfunk versorgt werden, sagte Firmensprecher Florian Parnigoni am Donnerstag. Das Unternehmen will aber noch mehr, es will der vierte große Netzbetreiber des Landes werden – neben den großen Mobilfunkern A1, T-Mobile und "3". Auch bei den nächsten Versteigerungen "wird man mit uns rechnen müssen", kündigte Parnigoni daher an. 2020 steht eine größere Auktion an, bei der kleinere Anbieter – insbesondere Billiganbieter – bevorzugt werden könnten.

    Absicherung des Wettbewerbs

    Diese haben eine Achillesferse: Sie sind derzeit von den großen Handynetzbetreibern abhängig, da sie als Untermieter deren Mobilfunknetze nutzen. "3" musste 2012 bei der Übernahme seines Konkurrenten Orange sein Handynetz für andere Betreiber öffnen. Das ermöglichte den Start von erfolgreichen Newcomern wie Spusu und Hot, die sich in das Netz von A1, T-Mobile oder "3" einmieten und mit Kampftarifen locken.

    Diese Auflage läuft jedoch nach zehn Jahren ab. "Dann ist aus unserer Sicht nicht sichergestellt, dass es weiterhin billige Anbieter geben kann", erklärte Telekomregulator Johannes Gungl vor wenigen Wochen. Die großen Anbieter könnten ihre Untermieter aus dem Markt kicken. Die Telekombehörde RTR, die für die Vergabe der 5G-Frequenzen zuständig ist, will das verhindern und den Wettbewerb absichern. Eine Variante wäre, dass die Diskonter eigene 5G-Frequenzen für wenig Geld bekommen. Darauf hofft Spusu. Auch Michael Krammer, der Chef von Hot, überlegt eine Teilnahme an der Auktion.

    Untermieter von "3"

    Derzeit ist Spusu im Netz von "3" eingemietet. Daran will man auch Langfristig festhalten. Der Aufbau eines eigenes Mobilfunknetzes soll parallel zur Einmietung als MVNO (mobile virtual network operator) erfolgen.

    foto: ap a
    Die 5G-Versteierung brachte neue Mobilfunker.

    Spusu war 2015 an den Start gegangen und zählt neben Hot dank günstiger Preise zu den am stärksten wachsenden Konkurrenten der großen Mobilfunker. Dabei setzt man auf eine einfach Strategie: Spusu versucht immer der günstige Anbieter auf dem Markt zu sein. Dementsprechend stellt das Unternehmen beinahe wöchentlich neue Tarife vor. Nach eigenen Angaben konnte man so weit über 100.000 Kunden gewinnen.

    Televoting und Sport

    Mass Response, das Unternehmen hinter der Mobilfunkmarke Spusu, ist seit Jahren auf Telekomdienstleistungen für Unternehmen und Callcenter spezialisiert. Auch große Televoting-Events wie den Eurovision Song Contest wickelt Mass Response ab. Eigentümer und Geschäftsführer der früheren Tochterfirma der Telekom Austria ist seit 2011 Franz Pichler. Spusu tritt auch als Sportsponsor in Erscheinung. (Markus Sulzbacher, 11.3.2019)

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