Salzburg muss sich bei Napoli klar geschlagen geben

    7. März 2019, 22:51
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    Italiens Vizemeister dominiert den österreichischen Champion und gewinnt verdient mit 3:0. Salzburg hatte vor allem im Finish Momente, blieb aber ohne Torerfolg

    Neapel – Das Stadio San Paolo zählt zu den Kultstätten des Fußballs, obwohl es eine ziemliche Bruchbude ist. Der SSC Napoli haust dort, in Gedenken an Diego Maradona wird es nicht abgerissen. Am Donnerstagabend war Red Bull Salzburg zum Hinspiel des Achtelfinales der Europa League zu Gast, Trainer Carlo Ancelotti bezeichnete den österreichischen Meister im Vorfeld als "exzellente Mannschaft". Kollege Marco Rose gab das Kompliment zurück. "Wir müssen in jeder Sekunde total aufmerksam sein."

    Die Salzburger begannen vor rund 35.000 Zuschauern mutig, Hannes Wolf vergab die erste Chance des Spiels (5.). Neun Minuten lang ließ man nichts anbrennen, war also sehr aufmerksam. 10. Minute: Der Belgier Dries Mertens spielt den Polen Arkadiusz Milik frei, Salzburgs Abwehr ist mit einem Pass ein Durcheinander. Milik umkurvt Tormann Alexander Walke und schiebt den Ball zum 1:0 ein. 16. Minute: Patson Daka befördert das Runde ins Eckige, klares Abseits, kein Ausgleich. 18. Minute: Der Spanier Fabian Ruiz volliert von der Strafraumgrenze das 2:0.

    foto: reuters/ciro de luca
    Neapolitanischer Jubel.

    Napoli, aktuell der Tabellenzweite der Serie A, hatte also recht früh für klare Verhältnisse gesorgt. Kapitän Lorenzo Insigne saß zunächst nur auf der Bank. Salzburgs Befürchtung, Napoli sei stärker als all das bisher da gewesene in der Europa League, Borussia Dortmund und Lazio Rom inklusive, hatte sich bewahrheitet. Ballsicherheit, individuelle Klasse und kollektiver Spielwitz imponierten. Den Salzburgern fehlte nicht nur die Genauigkeit. Man wollte wie gewohnt pressen, fand allerdings keinen Weg. Sporgeschäftsführer Christoph Freund analysierte in der Pause messerscharf: "Wir haben leider zu viele Fehler gemacht."

    Eigentor

    47. Minute: Der diesmal schwache Munas Dabbur scheitert an Goalie Alex Meret und verpasst somit die erste und letzte Chance auf eine Wende. 52. Minute: Mertens zieht ab, Walke verhindert mit einem tollen Reflex das dritte Gegentor. Es sollte wenig später fallen. 58. Minute: Mario Rui flankt, Innenverteidiger Jerome Onguene köpfelt ins eigene Tor, es war quasi ein unhaltbarer Hechtkopfball.

    foto: apa/afp/andreas solaro
    Machtlos beim Eigentor: Goalie Walke.

    Napoli war in der Folge gnädig, beließ es beim 3:0. Die Salzburger konnten eine gewisse Form von Depression nicht verheimlichen, eine Topchance wurde von Fredrik Gulbrandsen stümperhaft vergeben (82.), eine weitere nicht stümperhaft (90.). Wolf war auffälligster Akteur. Das Rückspiel steigt am 14. März um 18.55 Uhr. Die Red-Bull-Arena ist bereits ausverkauft. Xaver Schlager kassierte in Neapel eine gelbe Karte, er ist gesperrt. Was aber ziemlich egal sein dürfte. (red, 7.3.2019)

    foto: reuters/ciro de luca
    Salzburger Enttäuschung.

    Fußball-Europa-League, Achtelfinale, Hinspiel:

    SSC Napoli – Red Bull Salzburg 3:0 (2:0).
    Neapel, Stadio San Paolo, 35.000, SR Kubalkow/BLR.

    Tore:
    1:0 (10.) Milik
    2:0 (18.) Ruiz
    3:0 (58.) Onguene (Eigentor)

    Napoli: Meret – Hysaj, Maksimovic, Koulibaly, Rui – Callejon, Allan, Ruiz, Zielinski (66. Diawara) – Milik (81. Ounas), Mertens (72. Insigne)

    Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Onguene, Ulmer – X. Schlager (76. Minamino), Samassekou, Wolf, Junuzovic (61. Mwepu) – Daka (61. Gulbrandsen), Dabbur

    Gelbe Karten: Koulibaly, Maksimovic (beide im Rückspiel gesperrt), Ounas bzw. Schlager (im Rückspiel gesperrt)

    Rückspiel am 14. März (18.55 Uhr) in Salzburg.

    Live-Nachlese:

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    Stimmen:

    Andreas Ulmer (Kapitän Salzburg): "Wir haben ihnen den Raum gegeben, zu spielen. Die ersten Minuten haben aber uns gehört. Danach ist es schwierig geworden, man hat ihre Qualität gesehen. Aber wir hatten Möglichkeiten, hier Tore zu erzielen. Wir sollten im Rückspiel nicht an das Ergebnis denken, sondern an die Performance. Was dann das Ergebnis ist, wird man sehen."

    Stefan Lainer (Verteidiger Salzburg): "Es ist sehr ärgerlich. Wir haben unsere Stärken nicht auf den Platz gebracht. Wir wollten noch aggressiver und bissiger in die Zweikämpfe gehen. Wir sind in der ersten Halbzeit zwar gut gestartet, haben aber dann zu viel Raum gelassen. Gegen so eine Klassemannschaft wird das gleich bestraft. Wir können uns viele Dinge anschauen, die wir im Heimspiel besser machen können. Wir können mit den Fans im Rücken noch zulegen, haben heute nicht alles gezeigt. Es müssen ein paar Dinge besser werden, dann kann auch noch Napoli ins Wanken geraten."

    Andre Ramalho (Verteidiger Salzburg): "Die Chancen, die wir hatten, haben wir nicht ausgenutzt. Wir hätten zumindest ein Tor schießen sollen. Gleichzeitig haben wir hinten zu viele Chancen zugelassen. Wir müssen das im Rückspiel in allen Bereichen besser machen. Wir wissen, wie schwierig es wird, aber die Fans können sicher sein, dass wir nicht aufgeben. Die Hoffnung ist da."

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