Frequenzversteigerung: Der Staat mischt mit

Kommentar7. März 2019, 18:15
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Mit drei Mobilnetzbetreibern, jeder von ihnen hat einen Weltkonzern im Rücken, ist die Gefahr von Preisabsprachen zulasten der Kunden eher überschaubar

Ob der Erwerb von Mobilfunkfrequenzen durch kommunale Anbieter eine Errungenschaft ist, wie der Telekomregulator nach der Versteigerung der ersten Funkbänder meint, wird die Zukunft zeigen. An Wettbewerb hat es dem heimischen Markt allerdings auch bisher nicht gefehlt – allen Unkenrufen zum Trotz, die vor der Übernahme von Orange durch Hutchison ("3") den Untergang des Vaterlandes prophezeit hatten.

Mit drei Mobilnetzbetreibern, jeder von ihnen hat einen Weltkonzern im Rücken, ist die Gefahr von Preisabsprachen zulasten der Kunden eher überschaubar. Zumal die Regulierungsbehörde die Fusionserlaubnis seinerzeit an Auflagen gekoppelt hat, die den Wettbewerb noch einmal in Schwung gebracht haben. So viele aggressiv werbende Serviceanbieter – allesamt in Netzen bestehender Anbieter eingemietet – gab es noch nie. Mittlerweile werden vermutlich mehr Handyverträge in Supermärkten oder Kaffeegeschäften abgeschlossen als in Betreiberfilialen.

Den Verbrauchern soll es recht sein, sie zahlen für ihre Smartphonenutzung deutlich weniger als in vergleichbaren Industrieländern. Ob der Preis von 188 Millionen Euro für die Frequenzen zu hoch ist, wie die Betreiber argwöhnen, wird man erst beurteilen können, wenn 2020 die zweite, für den flächendeckenden Ausbau notwendige Tranche unter den Hammer kommt. Dass just öffentliche Anbieter Preistreiber waren, hat aber einen bitteren Beigeschmack. (Luise Ungerboeck, 7.3.2019)

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