5G-Versteigerung: Das sagen A1, "3" und Wirtschaftsministerin Schramböck

    7. März 2019, 14:44
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    Kritik von Trionow, Telekom-Chef zufrieden – Fokus auf "Qualität und Ausrollung" laut Schramböck

    Nachdem die 5G-Mobilfunklizenzen versteigert worden sind, häufen sich nun die Reaktionen vonseiten der Mitbieter und Zuständigen der Regierung.

    Wirtschaftliche Kalkulation

    Liwest-Geschäftsführer Günther Singer erklärte in einer Pressekonferenz die Entscheidung, der Teilnahme an der Auktion sei "auf Basis einer wirtschaftlichen Kalkulation getroffen" worden. Man erhoffe sich, Haushalte im ländlichen Raum versorgen zu können und Geschäftsfelder wie Smart-City-Anwendungen bis hin zum autonomen Fahren besser erschließen zu können.

    Zu 87 Prozent gehört Liwest der Linz AG, mit 13 Prozent ist die eew ag (ehemals E-Werk Wels) beteiligt. Nach eigenen Angaben ist Liwest der größte Kabelanbieter Oberösterreichs. Erich Haider, Generaldirektor der Mehrheitseigentümerin Linz AG spricht bei "5G nicht nur von Technik, sondern Kulturgut".

    Telekom Chef Arnolder "zufrieden"

    Telekom-Austria-Chef Thomas Arnolder zeigte sich mit dem Ergebnis der Frequenauktion zufrieden, bei der A1 Frequenz-Nutzungsrechte um insgesamt 64,3 Millionen Euro ersteigert hat. Hierin sehe man eine "langfristige Investition in unser Mobilfunknetz", sagte Arnolder am Donnerstag in einer Mitteilung.

    Die ersteigerten Frequenzbereiche werde man für das neue 5G-Netz und Kapazitätserweiterungen des bestehenden Mobilfunknetzes verwenden, so Marcus Grausam, CEO von A1 Österreich. Mit 5G, so erwarte man, könnte die Kapazität mobiler Netze um den Faktor 25 gesteigert werden.

    "3"-Chef Trionow und T-Mobile kritisieren Auktionsdesign

    "Schwächen des Auktionsdesigns haben dazu geführt, dass einzelne Akteure Preise in Regionen, in denen kein ernsthaftes Interesse bestand, in die Höhe getrieben haben", kritisiert "3"-Chef Jan Trionow. Für zukünftige Auktionen sollten "endlich konsequent Lehren gezogen werden". Die derzeitiger Planung sieht vor, die Frequenzbänder 700, 1.500 und 2.100 MHz im ersten Quartal 2020 zu versteigern.

    T-Mobile kritisierte ebenfalls Preistreiberei während des Vergabeprozesses. Unter anderem in Wien seien die Nutzungsrechte in die Höhe katapultiert worden. T-Mobile zahlte rund 57 Millionen Euro. "Das ist eine ordentliche Summe, die zurückverdient sein will, die im europäischen Vergleich im Mittelfeld liegt", sagte Finanzvorstand Gero Niemeyer.

    Der Anbieter Mass Response, der unter der Marke Spusu Mobilfunk anbietet, will mit einem Investment von 1,8 Millionen Euro "weiße Flecken" in Niederösterreich und dem Burgenland durch ersteigerte Frequenzen beseitigen.

    Schramböck sieht keine "Erlösmaximierung"

    Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) sah keine "Erlösmaximierung für das Staatsbudget", sondern den Fokus "auf Qualität und Ausrollung". Mit der Auktion sei Österreich eines der ersten Länder in Europa, die bereits mit der Frequenzvergabe für den neuen Mobilfunkstandard begonnen hätten.

    "Das neue von der RTR gewählte Auktionsdesign war einfach und transparent", sagte Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ). Auch die Gliederung in Regionen sei eine gute Entscheidung gewesen. Der Auktionserlös von 188 Millionen Euro werde in weitere Breitbandförderung fließen. (red, APA, 7.3.2019)

    • Die Reaktionen zur 5G-Vergabe sind durchaus unterschiedlich.
      foto: apa/punz

      Die Reaktionen zur 5G-Vergabe sind durchaus unterschiedlich.

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