Neuer Sparringpartner für Alpenverein und Naturschützer

    6. März 2019, 17:03
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    Vitalpin will als länderübergreifende Interessengemeinschaft auf Gesetzgebungsverfahren Einfluss nehmen und gegen Stillstand in den Alpen angehen

    Berlin – Die zunehmende Kritik an der weiteren Erschließung von Skigebieten in den Alpen und an anderen Ausbauplänen touristischer Art haben nun einschlägige Unternehmen und Organisationen auf den Plan gerufen. Statt wie bisher getrennt ihre Interessen vorzubringen wollen sie diese künftig in Vitalpin bündeln, einer gemeinnützigen Organisation, die sich als Contrapart zu Alpenverein und Cipra, die internationale Alpenschutzkommission versteht. Ziel sei es, langfristig das Bewusstsein für die Bedeutung und den Stellenwert der kleinteilig strukturierten alpinen Tourismusbranche in einer breiteren Öffentlichkeit zu schärfen, wie der Obmann des Vereins, Hannes Parth, bei der Vorstellung von Vitalpin anlässlich der in Berlin stattfindenden Reisemesse ITB sagte.

    Der Verein versteht sich als länderübergreifende Interessengemeinschaft in den Alpen, "damit auch die Stimme der Wirtschaft ein gehör findet", sagte Parth, der bis 2018 Obmann der Silvretta Seilbahnen AG in Ischgl war und sich nun als Pensionist dafür einsetzen will, dass der Tourismus eine Perspektive hat. Theresa Haid, die Geschäftsführerin von Vitalpin, sprach von "Brücken bauen". Man suche nicht die Konfrontation, sondern das Gemeinsame, man habe ein breiteres Interessenspektrum als etwa der Alpenverein. "Es geht uns um einen Ausgleich zwischen Mensch, Wirtschaft und Natur", sagte Haid.

    Derzeit zählt derzeit Verein 27 Mitglieder in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien, "Tendenz stark steigend", wie Obmann Parth sagte. Dazu zählten die Tiroler Destinationen und Tourismusverbände, die Seilbahnen Schweiz, der Hotelier- und Gastgewerbeverband Südtirol sowie der Österreichische und Deutsche Skiverband. Anfragen gebe es auch aus Industrie und Landwirtschaft.

    Parth wies auf die abnehmende Tourismusgesinnung insbesondere in den Ballungszentren hin, was zuletzt durch die Ablehnung einer Olympia-Bewerbung von Innsbruck manifest geworden sei. Ohne touristische Weiterentwicklung drohten der Verlust von Arbeitsplätzen und Abwanderung aus den Alpentälern. (Günther Strobl, 6.3.2019)

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