Versicherungs-Start-up Wefox investiert in Österreich

    6. März 2019, 15:15
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    Berliner Jungunternehmer sammeln 110 Millionen Euro ein. Ein großer Teil dieses Geldes soll nach Österreich fließen

    Berlin/Wien – Das Berliner Versicherung-Start-up Wefox hat in seiner zweiten Finanzierungsrunde eine Rekordsumme von 125 Mio. Dollar (rund 110 Mio. Euro) eingeholt. Ein Teil davon wird auch in Österreich investiert. Es sei das bisher größte Investment in ein deutsches Versicherungs-Start-up, teilte die Wefox Group am Dienstag mit.

    Ein signifikanter Teil des Investments werde auch nach Österreich fließen. Österreich zähle klar zu den wichtigsten Wachstumsmärkten, heißt es von Wefox zur APA. Für die kommenden zwei Jahre schätzt Wefox das Marktpotenzial in Österreich auf über 40 Mio. Euro. Wefox ist in Österreich Anfang März 2017 gestartet.

    Haupt-Investor bei der heute bekannt gegeben Finanzierungsrunde ist die Mubadala Investment Company des Staatsfonds von Abu Dhabi. Die 2014 gegründete Wefox Group vereint auf ihrer Plattform mehr als 1.500 Versicherungsmakler und über 400.000 Kunden. Die Umsätze stiegen laut Unternehmen zuletzt auf 40 Mio. Dollar (35,3 Mio. Euro).

    "Radikaler Wandel"

    "Die Versicherungsbranche ist bereit für einen radikalen Wandel", sagte Wefox-Gründer Julian Teicke laut dpa. Der Jungunternehmer will gemeinsam mit seinem Vater, einem Spezialisten aus der traditionellen Versicherungsindustrie, die Branche revolutionieren. Mit seinem Unternehmen One bietet Teicke seit rund einem Jahr auch Hausrats- und Haftpflichtversicherungen per App an, die in Minutenschnelle abgeschlossen werden können.

    Ziel der Wefox Group sei es, alle Versicherer weltweit auf einer Plattform zu vereinen und die größte Versicherungsgesellschaft zu werden, sagte Teicke. Das neue Investment soll dazu verwendet werden, in weitere Märkte zu expandieren und die Kerntechnologie weiterzuentwickeln, die unter anderem Künstliche Intelligenz nutzt.

    Chinesische Investoren

    Neben Mubadala Investment und Goldman Sachs zählt auch die chinesische Creditease zu den Investoren. Dieses Engagement erkläre sich mit der Absicht der Wefox Group, auch nach China zu expandieren, hieß es. Insgesamt hat Wefox inklusive der vom Cloud-Anbieter Salesforce angeführten Start-Runde (Seed Round) insgesamt 160,5 Mio. Dollar (142 Mio. Euro) eingesammelt.

    Mit der Finanzierungsrunde ist Wefox in die Topliga der Fintech-Unternehmen in Deutschland aufgestiegen. Bisher haben nur drei Start-ups aus der Finanzbranche mehr Geld eingesammelt: N26 führt mit 441 Mio. Euro vor Kreditech (257 Mio. Euro) und die Zinsplattform Weltsparen, die international als Raisin firmiert, mit 168 Mio. Euro. (6.3.2019, APA)

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