Caritas-Hilfsfonds für Frauen in Notsituationen wird verlängert

    6. März 2019, 13:13
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    Aktion #wirtun mit Schirmfrau Doris Schmidauer sammelte in einem Jahr 300.000 Euro – Geld fließt in Mutter-Kind-Häuser, Sozialberatungsstellen und Notquartiere

    Wien – Veronica P. ist Mutter eines drei Jahre alten Sohnes. Sie wuchs bei den Großeltern auf, der Großvater war sehr streng und schrie oft. "Ich habe passive Gewalt von klein auf erfahren", sagt sie. Um Frauen in ähnlichen Notsituationen zu helfen, hat die Caritas vor einem Jahr einen Hilfsfonds ins Leben gerufen. 300.000 Euro wurden bisher gesammelt, nun wird die Aktion #wirtun verlängert.

    Frau P. wohnt seit etwa einem Jahr in einem Mutter-Kind-Haus der Caritas in Wien. Erst als sie ihr Kind bekam, fand sie den Mut, auszuziehen, erzählte sie am Mittwoch am Rande einer Pressekonferenz: "Ich habe mich getraut zu sagen: Ich möchte raus aus der Vergangenheit und die Zukunft mit meinem Sohn selber gestalten."

    300.000 Euro gesammelt

    Sie ist eine von Tausenden Frauen, denen die Caritas in den vergangenen Monaten geholfen hat. Um Betroffenen, die oft armutsgefährdet sind und zwecks Dach über dem Kopf oft in von Gewalt geprägten Zweckgemeinschaften leben, Unterstützung bieten zu können, hatte die Hilfsorganisation im März 2018 – anlässlich des internationalen Weltfrauentages – gemeinsam mit Doris Schmidauer, der Ehefrau von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, die österreichweite Spendenaktion #wirtun ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um einen Hilfsfonds, um Frauen in Notsituationen zu helfen.

    Am Mittwoch gab es eine erste Bilanz: Es wurden bisher 300.000 Euro gesammelt. Mit dem Geld werden Unterstützungsangebote speziell für Frauen finanziert – angefangen von den Mutter-Kind-Häusern über die Sozialberatungsstellen in ganz Österreich bis hin zu Tageszentren und Notquartieren, wie Claudia Amsz, Leiterin mehrerer Mutter-Kind-Häuser, betonte. Nun soll die Aktion in "Verlängerung" gehen, wie Schmidauer ankündigte: "Wir bleiben dran."

    Pilotprojekt gegen Gewalt an Frauen

    Mit dem heutigen Tag startet eine Crowdfundingkampagne auf der Plattform www.respekt.net, mit der Geld für 1.000 Notquartiersübernachtungen für Frauen in Not gesammelt werden soll. Außerdem startet die Caritas in Niederösterreich und im Burgenland ein Pilotprojekt zur Sensibilisierung gegen Gewalt an Frauen. "STAR*K" hat zum Ziel, zu zeigen, dass stark sein nicht gleich Gewalt bedeuten muss. (APA, 6.3.2019)

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