Baldauf und Hauke belasten Dürr

    6. März 2019, 11:17
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    Die in Seefeld aufgeflogenen Dopingsünder nennen in der "Krone" Johannes Dürr als Tippgeber und berichten von ersten Blutabnahmen im Sommer 2018: "Ein perfektes Doppelleben"

    Die beiden Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke haben sich erstmals seit ihrer Festnahme als überführte Dopingsünder bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld zu Wort gemeldet. In einem Interview mit der "Krone" sprachen sie von einem "perfekten Doppelleben", das sie geführt haben, und dass ihnen Johannes Dürr den Kontakt zum Erfurter Doping-Arzt vermittelt habe.

    "Im Nachhinein bin ich schockiert darüber, wie gut es mir gelang, meine Taten vor mir selbst zu beschönigen und zu verdrängen", sagte Hauke.

    2015 lief es für die besten Freunde schlecht, trotz vollen Einsatzes fielen sie in ihren Leistungen zurück. "2016 traf ich Johannes Dürr erstmals seit seinem Dopingskandal wieder", sagt Baldauf. "Wir arbeiteten beide beim Zoll in Wien und trainierten miteinander. Dabei redeten wir natürlich auch übers Langlaufen und in der Folge auch darüber, dass die Leistungen von Max und mir stagnierten. Dürr erklärte mir, dass es ohne Doping nicht möglich sei, an die Spitze zu kommen, und dass uns sein Erfurter Arzt helfen kann."

    "Der Beginn des Untergangs"

    "Dominik und ich hatten in der Folge diese Option ständig im Hinterkopf. Letztlich beschlossen wir, Kontakt zu dem Mediziner aufzunehmen. Der Beginn unseres Untergangs", sagte Hauke.

    Es wurde alles gut organisiert, man kommunizierte über Pre-Paid-Handys, ließ sich im Sommer 2018 Blut abnehmen und im Winter wieder injizieren. Nadeleinstiche wurde versteckt unter langärmeligen T-Shirts.

    Profitiert haben die beiden Dopingsünder aus ihren Praktiken "nicht so sehr, wie wir uns das erhofft hatten". Baldauf: "Und finanziell war das alles sowieso ein Wahnsinn. Wir mussten eisern sparen, uns blieb kaum noch Geld für andere Dinge übrig. Die Dienste der Organisation waren sehr teuer."

    Baldauf will Kriminalbeamter werden

    Das Ende war dann sprichwörtlich filmreif. Hauke wurde mit einem Venencocktail auf der Wohnzimmercouch erwischt. "Ich fühlte mich total ausgeliefert und extrem schuldig." Nach der Saison wollte man mit dem Dopen aufhören, das hatten die beiden einander geschworen.

    Nach den Bewerben wurde nie kontrolliert, außer einmal. Wieder Baldauf: "Es reicht, nach dem Rennen ein Glas Salzwasser zu trinken, dadurch wird das Blut so stark verdünnt, dass die Werte normal sind. Wer beim Blutdoping bei einem normalen Check auffliegt, muss ein Trottel sein."

    Ihre Sportkarrieren sind beendet, Baldauf und Hauke nehmen das Leben nach dem Spitzensport in Angriff. Hauke will Medizin studieren, Baldauf will auf die Polizeischule. "Mein Traum ist nämlich, Kriminalbeamter zu werden, große Fälle aufzuklären, Rätsel zu lösen." (red, 6.3.2019)

    • Die Dopingsünder Dominik Baldauf und Max Hauke haben ein "perfektes Doppelleben" geführt.
      foto: apa/gindl

      Die Dopingsünder Dominik Baldauf und Max Hauke haben ein "perfektes Doppelleben" geführt.

    • Max Hauke will Medizin studieren.
      foto: apa/gindl

      Max Hauke will Medizin studieren.

    • Dominik Baldauf will Kriminalbeamter werden.
      foto: apa/gindl

      Dominik Baldauf will Kriminalbeamter werden.

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