Schweizer erforschen Zuglärm mit Hilfe von Computer-Simulation

    5. März 2019, 13:35
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    Damit Anrainer von Bahngeleisen in Zukunft ruhiger schlafen können

    Forscher der Empa-Abteilung für Akustik und Lärmminderung in Dübendorf in der Schweiz haben ein Computerprogramm entwickelt, mit dem sich der Lärm von Zügen simulieren lässt. Das System könnte helfen, Züge und Schienen so zu optimieren, dass Anrainer von Bahngeleisen in Zukunft ruhiger schlafen.

    Das Team hat die Lärmsimulation in einem Horizon2020-Projekt der Europäischen Union entwickelt, wie die Empa am Dienstag mitteilte. Das System wurde bereits an der InnoTrans in Berlin, der weltweit größten Messe für Verkehrstechnik, vorgestellt.

    Vor allem in der Nähe von Wohngebieten sorgten Züge regelmäßig für schlaflose Nächte, schreibt die Empa. Umso wichtiger sei es, Züge und Schienen so zu optimieren, dass Geräusche gedämmt werden. Die Forschungsergebnisse könnten für Schienenfahrzeughersteller und Bahnbetreiber interessant sein, sagte Empa-Forscher Reto Pieren.

    Algorithmen für alle Quellen

    Bahnlärm bestehe aus über 100 Bestandteilen, erklärte Pieren, der die Simulation programmiert hat. "Die Räder, die Schienen, die Lüftung, der Motor – alles erzeugt Geräusche und verursacht als Ganzes dann die Lärmemissionen des Zuges." Für alle Lärmquellen galt es Algorithmen zu entwickeln.

    Mit der Simulation kann der Lärm eines fahrenden Zuges als Ganzes hörbar gemacht werden, es lassen sich aber auch nur einzelne Lärmkomponenten virtuell auf Kopfhörer schalten. Integriert sind auch Bremsgeräusche und Umwelteinflüsse, wie Lärmschutzwände, Fahrgeschwindigkeit, Zustand der Geleise oder Außentemperatur.

    Wichtige Entscheidungen

    Die Lärmsimulation soll in Zukunft helfen, wichtige Entscheidungen beim Bau und dem Ausbau von Bahnlinien und Zügen zu treffen. "Davon profitieren langfristig Bahnbetreiber, Planer und vor allem die Anwohner", schreibt die Empa.

    Noch nicht vollständig erforscht ist laut Reto Pieren das Quietschen von Zügen, etwa in Kurven. Mit diesem Problem sah sich zuletzt beispielsweise die Appenzeller Bahn konfrontiert. Könnte da die Empa-Simulation Abhilfe schaffen? "Leider nein", bedauerte der Empa-Spezialist für Akustik. (APA/sda, 5.3.2019)

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