Gericht in Weißrussland verurteilt Journalistin zu Geldstrafe

    4. März 2019, 13:51
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    Menschenrechtsaktivisten sehen den Prozess als einen "Akt der Einschüchterung" der Regierung des autoritären Staatschefs Alexander Lukaschenko

    Minsk – In einem umstrittenen Gerichtsverfahren ist die Chefredakteurin einer unabhängigen Nachrichten-Website in Weißrussland zu einer Geldstrafe von 7.650 Rubel (3.140 Euro) verurteilt worden. Marina Solotowa kam zwar ohne Haftstrafe davon, ein Gericht in Minsk verurteilte sie aber wegen ungenehmigten Zugriffs auf Material der staatlichen Nachrichtenagentur BelTA.

    Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von 25.000 Rubel (10.270 Euro) gefordert. Solotowa war im August 2018 festgenommen worden. Ihr wurde vorgeworfen, ihre Mitarbeiter nicht davon abgehalten zu haben, das BelTA-Material zu verwenden. Nach der Urteilsverkündung sagte Solotowa, sie sei "froh, dass das Urteil milder ausgefallen ist als vom Staatsanwalt gefordert".

    Menschenrechtsaktivisten hatten den Prozess als einen "Akt der Einschüchterung" der Regierung des autoritären Staatschefs Alexander Lukaschenko kritisiert. Auf der Rangliste für Pressefreiheit der Organisation Reporter ohne Grenzen lag Weißrussland im Jahr 2018 auf Platz 155 von 180 Ländern. (APA/AFP, 4.3.2019)

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