Cupra Ateca: Nicht alle Namen sind voller Schall und auch Rauch

    11. März 2019, 08:20
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    Seat hat soeben die sportive Submarke Cupra lanciert – Reflexionen über unsere Testbegegnung mit dem Erstling Cupra Ateca

    Wien/Burgenland – Eines vorweg: Der Cupra Ateca ist ein tolles Auto, wenn man auf flotte und sportliche SUVs steht. Der Turbo-Vierzylinder-Benziner leistet bis zu 300 PS und drückt auch noch ein ordentliches Drehmoment ab. Das Fahrwerk ist straff, und wenn man es gerne noch ein wenig direkter haben möchte, dann wählt man am Drehschalter auf der Mittelkonsole einfach Sport oder das Bild mit der Rennzielflagge.

    foto: guido gluschitsch
    Der Ateca ist der erste Cupra, der auf den Markt kommt. Zweifellos ein tolles Auto.

    Dann ändert sich auch gleich das Setup des Getriebes – den Sportmodus merkt er sich auch beim nächsten Start –, und in den flotteren Modi darf auch der Auspuff kerniger klingen. Nicht viel. Grad ums Kennen. Und da nähern wir uns der knallharten Kritik schon auf Samtpfoten an.

    foto: guido gluschitsch
    Das Cupra-Logo symbolisiert zwei Pferdeköpfe. Hätten Sie es gesehen? Sehen Sie es jetzt, wo Sie es wissen?

    Zuvor aber der Innenraum. Aufgeräumt, modern, schick. Sogar das virtuelle Cockpit ist verbaut. Für alle, die keine eingefleischten VW-Fans oder -Kenner sind, heißt das: keine Zeiger mehr hinter dem Lenkrad. Dort befindet sich ein weiterer Bildschirm, auf dem man sich die Infos so einblenden kann, wie man es am liebsten hat. Stellt man das Navi so zentral dar, macht man kleinere Blicksprünge und fährt auch in einer fremden Umgebung souveräner.

    foto: guido gluschitsch
    Der Innenraum erinnert mehr an ein tolles Alltagsauto als an einen Cup-Racer.

    Alles ist aufgeräumt, da ist kein Knopf zu viel, aber auch keiner zu wenig, und außerdem kann man sowieso fast alles über das Lenkrad bedienen. Die verwendeten Materialien sind fein und hochwertig, lediglich der Seitenhalt in den Sitzen könnte besser sein.

    Ladungssicherung

    Was das Praktische angeht, braucht man überhaupt keine Abstriche zu machen. Gut, der Ladungssicherung muss man in so einem Auto vielleicht ein wenig mehr Aufmerksamkeit widmen als im Einstiegsmodell. Zumindest wenn man die Leistung und das Drehmoment abrufen will, während das Interieur weiterhin bittschön neuwertig und damit fein bleiben soll.

    foto: guido gluschitsch
    Statt Zeigern gibt es im Cupra Bildschirme.

    Konnektivität ist bei einem modernen SUV natürlich besonders wichtig. Vom induktiven Laden bis zu mehr USB-Steckern, als man für gewöhnlich zu zweit Phones in der Hose hat, ist alles da.

    Sogar auf ausgewaschenen Schotterstraßen in den Bergen lässt sich der Cupra gut bewegen. Geht man in den Geländemodus, hat man sogar eine Bergabfahrhilfe, die anscheinend von ganz allein erkennt, wann sie gebraucht wird. Zumindest war sie im Test immer da, wenn sie hilfreich war, störte sonst aber nie.

    foto: guido gluschitsch
    Ein bisserl Gelände kann er auch, der Cupra, aber zu wild sollte man es nicht treiben, wenn der Frontspoiler nicht in Fetzen herunterhängen soll.

    Ziemlich beste Freunde wurden wir auch mit dem Abstandstempomaten. Der ist bei so einem Auto schon ein Segen, wenn man nicht dauernd mit einem Aug am Tacho hängen will.

    Fünf-Jahre-Seat-Garantie

    Der Cupra ist also eindeutig der beste Ateca, den es gibt. Und der Ateca ist ein Seat. Auf der Heckscheibe des Cupra klebte sogar ein Hinweis auf die Fünf-Jahre-Seat-Garantie. Der Cupra Ateca ist also auch ein Seat. Das sieht man trotz Schürzen und des neuen Logos auf den ersten Blick.

    foto: guido gluschitsch
    Vier freche Rohre zeugen am Heck von Sportlichkeit.

    Mit dem Zusatz Cupra bezeichnete man bei Seat stets die sportlichsten Modelle. Der Name sollte auf das Rennengagement hinweisen, und war eine Kombination aus Cup und Racing. Als wir erfuhren, dass Seat eine eigene Sportmarke Cupra macht, haben wir sofort von einem ausgeräumten, starken Leon mit breiten Backen und Hinterradantrieb zu träumen begonnen. Die Realität ist, wie so oft, etwas weniger aufregend. (Guido Gluschitsch, 11.3.2019)

    foto: guido gluschitsch

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