Gewaltschutzgipfel von Bogner-Strauß und Ländern Ende März

    4. März 2019, 11:47
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    Frauenministerin warnt vor Einkommensverlusten durch Teilzeitarbeit

    Wien – Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) lädt die Bundesländer zu einem Gewaltschutzgipfel. Dieser findet am 28. März statt, kündigte die Ressortchefin im APA-Interview an. Anlässlich des diesjährigen Frauentags macht Bogner-Strauß vor allem auch auf den Pension-Gap und die negativen Auswirkungen durch Teilzeit-Jobs aufmerksam.

    Gewaltschutz ist ein Schwerpunktthema der Frauenministerin, sie habe daher bereits mit den zuständigen Landesrätinnen gesprochen, um auszuloten, was es in den Bundesländern hierfür brauche. Ende März findet dazu auch ein Gipfel mit den Bundesländern statt, bei dem besprochen werden soll, wie sich bundesländerübergreifende Frauenhausplätze umsetzen lassen. Wien und Tirol sind derzeit laut dem Ressort die einzigen Länder, zwischen denen offiziell eine Zusammenarbeit stattfinde. Bogner-Strauß kann sich hier vorstellen, dass ein bestimmter Prozentsatz für Frauen aus einem anderen Bundesland reserviert wird. Wie hoch dieser sein könnte, sei mit den Landesrätinnen zu besprechen. Die Ministerin verspricht im Gegenzug auch ihre Unterstützung für Übergangswohnungen und Beratungseinrichtungen.

    Fachkräftemangel mit Frauen lösen

    Thematisiert werden soll bei dem Gipfel auch der Bedarf an diesen Übergangswohnungen sowie die Beratungsstellen bei sexueller Gewalt. Die erfolgte Budgetumschichtung in ihrem Ressort hin zum Gewaltschutz sei richtig gewesen, betonte Bogner-Strauß.

    Ein wichtiges Anliegen sei auch der Pension Gap, denn dieser sei mit 40 Prozent noch "viel eklatanter" als die Einkommensdifferenz, so die Ministerin. Von nationaler Seite werde daher das EU-Projekt "TRAPEZ – Transparente Pensionszukunft" mit 76.000 Euro unterstützt, um die Ursachen zu erforschen. Österreich habe eine sehr hohe Teilzeitquote und ein tradiertes Gesellschaftsbild, gibt Bogner-Strauß zu bedenken. Sie warnt vor einer Teilzeit-"Falle", denn das geringere Einkommen wirke sich nachhaltig auf den gesamten Lebenserwerb aus. Ihrer Meinung nach könnte auch der Fachkräftemangel mit weiblichen Arbeitskräften gelöst werden.

    Der zuletzt wieder diskutierte und vom Koalitionspartner FPÖ eingeforderte Rechtsanspruch auf einen Papamonat nach der Geburt eines Kindes sollte auch rasch umgesetzt werden. Denn dann ließen sich erste Erfahrungswerte noch in die Evaluierung für die Reform des Kindergeldes einbinden. Der Rechtsanspruch auf den Papamonat werde derzeit vom Sozialministerium und der Wirtschaft noch diskutiert.

    Frauensolidarität

    Bei der EU-Wahl finden sich auf der ÖVP-Liste zwar zahlreiche Frauen in wählbarer Position, über den Einzug ins Europaparlament entscheiden bei der Volkspartei aber die Vorzugsstimmen. Die ÖVP-Frauenchefin fürchtet nicht, dass Frauen hierdurch benachteiligt sind: "Ich bin sicher, dass mit dem Vorzugsstimmensystem auch Frauen ganz vorne dabei sind." Es brauche immer gemeinsame Wahlkämpfe und Unterstützung, hier erhofft sie sich aber auch Solidarität von den Frauen: "Frauen müssen solidarisch sein, auch wenn sie zur Wahlurne gehen." (APA, 4.3.2019)

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