Sturm muss nach Niederlage gegen LASK weiter bangen

3. März 2019, 16:27
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Grazer auf Schleudersitz vor schwerem Restprogramm. Die Gäste bleiben dank Toren von Joao Victor, Trauner und Frieser im zehnten Spiel in Folge ungeschlagen

Graz – Der LASK hat die Aussicht von Sturm Graz, die Meistergruppe zu erreichen, etwas eingetrübt. In der 20. Runde setzten sich die Linzer am Sonntag in Graz verdient mit 3:0 (1:0) durch. Auf Platz sechs hat Sturm Graz nur noch einen Punkt Vorsprung auf Rapid, einen Zähler Rückstand auf den WAC. Der LASK ist seit zehn Spielen ungeschlagen – das ist aktuell die längste Serie in der Fußball-Bundesliga.

Die Oberösterreicher, die aus einer stabilen Abwehr heraus agierten, waren giftiger, zweikampfstärker, legten ein schnelles und genaues Passspiel an den Tag, präsentierten sich schlichtweg in allen Belangen besser. Der Brasilianer Joao Victor (26. Minute) brachte den Tabellenzweiten mit seinem zehnten Treffer in der laufenden Saison in Führung, Gernot Trauner (62.) erhöhte nach einem Eckball per Kopf, der eingewechselte Dominik Frieser (94.) fixierte praktisch mit dem Schlusspfiff den Endstand.

apa/erwin scheriau

Gäste von Beginn an gefährlicher

Sturm-Trainer Roman Mählich ließ erstmals Salzburg-Leihgabe Gideon Mensah beginnen, der für Thomas Schrammel die linke Seite beackerte. Ganz vorne kam Philipp Hosiner zu einem seltenen Einsatz von Beginn an. Sein Gegenüber Oliver Glasner ersetzte in der Dreierkette den angeschlagenen Christian Ramsebner durch Ex-Sturm-Nachwuchsspieler Emanuel Pogatetz.

Der LASK hatte von Beginn an die gefährlicheren Aktionen. In der 4. Minute zog ein nicht sonderlich scharfer Flachschuss von Philipp Wiesinger knapp am Tor vorbei, wenig später prüfte James Holland Sturm-Torhüter Jörg Siebenhandl von innerhalb des Strafraums. In der 14. Minute zappelte der Ball schon im Netz: Nach Ballverlust von Sandi Lovric spielte Reinhold Ranftl ideal in den Lauf von Joao Victor, der Siebenhandl mit einem überlegten Schuss ins lange Eck keine Chance ließ.

Hosiner vergab Ausgleich

Die Heimischen taten sich nach dem Tor noch schwerer, in einen Rhythmus zu kommen. Immer wieder blieb man im LASK-Forechecking hängen. Sturm machte sich offensiv erstmals in der 26. Minute bemerkbar, als Otar Kiteishvili aus guter Position abzog, der Schuss ging jedoch genau auf Goalie Alexander Schlager. Stürmer Arnel Jakupovic, der meistens in der Luft hing, zog sich bei einem Zweikampf mit Pogatetz eine blutende Wunde am Kopf zu und beendete die erste Hälfte mit einem Verband.

In der 43. Minute wehrte Siebenhandl die nächste Großchance von Joao Victor ab, dem sich gleich nach der Pause die dritte Möglichkeit bot. Diesmal setzte der 24-Jährige den Ball knapp daneben. Auch bei einem Schuss von Peter Michorl (49.) und Thomas Goiginger (50.) fehlte nicht viel. Im Gegenzug ließ sich Hosiner (50.) völlig alleine per Kopf die überraschende Ausgleichs-Chance entgehen.

apa/erwin scheriau

Sturm in Nöten

Nach dem zweiten Treffer durch den starken Trauner kontrollierte der LASK die Partie. Die einzige noch hochkarätige Sturm-Möglichkeit aus einem Konter vergab Jakupovic (68.) mit einem schwachen Abschluss. Kurz darauf (71.) musste Sturm-Verteidiger Anastasios Avlonitis nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz. In der Schlussphase ließ erst der Brasilianer Joao Klauss aus kurzer Distanz das 3:0 liegen, das dann Frieser quasi ohne Gegenwehr erledigte.

Für Sturm hat es das Restprogramm wahrlich in sich. In der nächsten Runde muss die Mählich-Truppe zu Salzburg, am 22. Spieltag gibt es das Auswärtsmatch bei Austria Wien – ein mögliches Finale um das Erreichen der Meistergruppe der besten sechs Teams des Grunddurchgangs. (APA, 3.3.2019)

Bundesliga (20. Runde):

SK Sturm Graz – LASK Linz 0:3 (0:1). Merkur Arena, 11.154, SR Lechner.

Tore:
0:1 (14.) Joao Victor
0:2 (62.) Trauner
0:3 (94.) Frieser

Sturm: Siebenhandl – Spendlhofer, Avlonitis, Maresic – F. Koch (46. Hierländer), Lovric (67. Lema), Ljubic, Mensah – Kiteishvili – Jakupovic, Hosiner (52. Eze)

LASK: A. Schlager – Wiesinger, Trauner, Pogatetz – Ranftl, Holland, Michorl (91. Haudum), Ullmann – Goiginger (69. Frieser), Klauss (87. Tetteh), Joao Victor

Gelbe Karten: Spendlhofer bzw. Frieser

Gelb-Rote Karte: Avlonitis (71./Foul)

Stimmen:

Roman Mählich (Sturm-Trainer): "LASK hat bewiesen, warum sie heuer so positiv bewertet werden. Sie waren die bessere Mannschaft, wenngleich das 0:1 nach einem Fehler von uns passiert ist, wobei wir gewusst haben, wie der LASK auf solche Situationen lauert. Wir haben den Linzern auch in die Karten gespielt. Ohne Zweifel ist es aber eine Topmannschaft. Wenn wir die guten Möglichkeiten in der zweiten Halbzeit genutzt hätten, hätte das Spiel eine andere Richtung nehmen können. Ob es verdient gewesen wäre, sei dahingestellt. Der LASK hat hohe Qualität und viel Speed in der Mannschaft. Es steht mir aber nicht zu, Vergleiche zwischen Red Bull Salzburg und dem LASK zu ziehen."

Oliver Glasner (LASK-Trainer): "Wir haben in Graz schon öfters gut gespielt. Ich bin aber diesmal mit unserem Auftritt sehr zufrieden, sowohl die Leistung als auch das Ergebnis haben gepasst. Wir haben Sturm wenig Luft gelassen. Wir sind viele Wege in die Tiefe gegangen, haben viele Sprints in die Spitze gemacht. Es war ein Supertag für uns, und es ist ein wunderbarer Sieg. Wir haben Sturm in ihren Heimspiel nur zwei Torchancen gegeben, davon eine nach einem Fehler von uns. Allerdings werden wir die Überzahlsituationen in der kommenden Woche intensiv trainieren, um die Angriffe besser zu Ende zu spielen. Meine Spieler sind fit und in sehr guter Verfassung, das ist ein Grundstein."

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0:3: Sturm muss nach Niederlage gegen LASK weiter bangen

4:0 in St. Pölten: Rapid schnuppert an Meistergruppe

3:0: Salzburg knackt WAC und 1000-Punkt-Marke

0:1: Admira lässt Rote Laterne in Altach zurück

  • Der LASK darf in Graz jubeln.
    foto: apa/erwin scheriau

    Der LASK darf in Graz jubeln.

  • Sturm muss dagegen um die Meisterrunde bangen.
    apa/erwin scheriau

    Sturm muss dagegen um die Meisterrunde bangen.

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