Casinos-Chef kritisiert ÖSV: Verantwortung übernehmen

    3. März 2019, 13:24
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    Alexander Labak legt Erneuerung der Führungsstruktur nahe und kritisiert populistisches Agieren punkto Langlauf-Sparte

    Seefeld/Wien – Die Österreichischen Lotterien haben sich am Sonntag kritisch zum Blutdoping-Skandal rund um die Nordische WM in Seefeld geäußert und Verantwortung vom Österreichischen Skiverband eingefordert. "Die Übernahme von persönlicher Führungsverantwortung im ÖSV für das langjährige systematische Scheitern im Kampf gegen Doping ist geboten", wird Generaldirektor Alexander Labak in einer Aussendung zitiert.

    Wirkungsvoller Mechanismus fehlt

    Die Casinos Austria AG und die Österreichische Lotterien GmbH seien langjährige Partner und Förderer des österreichischen Sports, deshalb liege ihnen dessen Wohl und nachhaltige Entwicklung am Herzen, hieß es in dieser Aussendung vom Sonntag. Es mache betroffen, dass seitens des ÖSV über Jahre hinweg kein wirkungsvoller Mechanismus zur Verhinderung von Doping entwickelt und keine interne Kultur etabliert werden konnte, die derartige betrügerische Vorgänge unmöglich mache. Leidtragender sei nicht nur das Image des Langlaufsports, sondern des gesamten heimischen Sports.

    Populistisches Agieren sei zu wenig

    Eine möglicher Ausschluss der Sparte Skilanglauf aus dem organisierten Sport erscheint den Casinos laut der Stellungnahme mehr als symbolhaftes, populistisches Agieren denn als nachhaltige Strategie, die einen echten Neustart zum Inhalt habe. Ein derartiger Schritt würde sowohl dem Spitzensport, als auch dem auf Ehrenamtlichkeit aufgebauten Vereins- und Breitensport massiven Schaden zufügen. Gerade im Breitensport wären die negativen Folgen bedauerlich, stelle Langlauf für viele doch eine überaus gesunde und finanziell überschaubare Freizeitbeschäftigung dar und erfreue sich somit großer Beliebtheit.

    Die negativen Ereignisse der jüngeren Vergangenheit würden deutlich zeigen, dass der ÖSV ein systemisches und strukturelles Problem in der Dopingprävention habe und nicht das Opfer von Einzelfällen sei. "Die Übernahme von persönlicher Führungsverantwortung im ÖSV für das langjährige systematische Scheitern im Kampf gegen Doping ist geboten", wurde Labak in der Unternehmens-Aussendung zitiert.

    Neuausrichtung des ÖSV nötig

    Der Tiroler Finanzexperte Labak war im Sommer 2017 als Chef der Casinos Austria und der Lotterien auf Karl Stoss, den Präsidenten des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) gefolgt. Labak wird laut eigenen Angaben vom vergangenen September seinen 2019 auslaufenden Vertrag aber nicht verlängern.

    Darüber hinaus gehe es um eine grundlegende Erneuerung der Führungsstruktur und -kultur mit dem Ziel, Werte wie Ehrlichkeit, Sportsgeist und Professionalität wieder ins Zentrum zu stellen, erklärte Labak zur aktuellen Situation abschließend. "Es wäre wünschenswert, wenn die Begeisterung und Euphorie, die bei der bestens organisierten WM in Seefeld zu spüren war, auch der notwendigen Neuausrichtung des ÖSV positive Impulse gibt." (APA, 3.3.2019)

    • Alexander Labak ist seit Sommer 2017 Chef der Casinos Austria und der Lotterien. Seinen Ende 2019 endenden Vertrag wird er nicht verlängern.
      foto: casinos austria

      Alexander Labak ist seit Sommer 2017 Chef der Casinos Austria und der Lotterien. Seinen Ende 2019 endenden Vertrag wird er nicht verlängern.

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