Oberösterreich prüft nach Kuh-Urteil Hundeverbot auf Almen

    1. März 2019, 13:58
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    An 99 Prozent der Vorfälle zwischen Mensch und Vieh sind laut Agrarlandesrat Hiegelsberger Hunde beteiligt. Eine bundeseinheitliche Regelung wird bevorzugt

    Linz – Nach der Verurteilung eines Almbauern zu 490.000 Euro Schadenersatz wegen einer tödlichen Kuh-Attacke prüft das Land Oberösterreich ein Hundeverbot auf Almen. Stelle sich das als rechtlich möglich und vor allem als sinnvoll heraus, solle es in diesem Sommer kommen, sagte Agrarlandesrat Max Hiegelsberger (ÖVP) am Freitag.

    Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat ein derartiges Verbot bereits abgelehnt. "Wir wollen kein Land der Verbote sein", meinte er. Es könne auch nicht angehen, dass künftig überall Zäune angebracht werden. Hiegelsberger hingegen erklärte, dass "bei 99 Prozent aller Vorfälle zwischen Mensch und Vieh auf Almen Hunde beteiligt sind". Auf den Almen seien viele Mutterkühe, die in dem Hund einen Wolf sähen, gegen den sie ihre Kälber verteidigen müssten.

    Das die Almen in Oberösterreich touristisch stark frequentiert seien, müssten jetzt Maßnahmen gesetzt werden, die zum einen den Landwirt rechtlich absichern und zum anderen den Menschen schützen. Hiegelsberger persönlich tritt für eine bundesweit einheitliche Regelung ein. Sollte diese nicht gefunden werden, schließt er auch einen Alleingang Oberösterreichs nicht aus. Wenn die eingeleitete Prüfung ergebe, dass ein Hundeverbot auf Almen sinnhaft sei, befürwortet der Landesrat die Einführung für sein Bundesland – und bis zum Sommer. (red, APA, 1.3.2019)

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