Insel im Galapagos-Archipel wird wieder mit Riesenschildkröten besiedelt

    1. März 2019, 13:34
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    Hunderte der behäbigen Riesen sollen die ausgerottete ursprüngliche Population von Santa Fe ersetzen

    foto: apa/afp/pablo cozzaglio
    Junge Vertreter der Spezies Chelonoidis hoodensis sollen den Platz ihrer ausgerotteten Verwandten einnehmen.

    Quito – Die Insel Santa Fe im Galapagos-Archipel erhält wieder eine Population von Riesenschildkröten. Mehr als 150 Tiere sollen demnächst auf der nur 25 Quadratkilometer kleinen Insel eine neue Heimat finden. Knapp 400 Artgenossen wurden dort bereits ausgesetzt, das Besiedlungsexperiment läuft seit Jahren.

    Bestmöglicher Ersatz

    Die ursprüngliche Schildkrötenpopulation der Insel wurde im 19. Jahrhundert ausgerottet, erklärt die Nationalparkverwaltung den Hintergrund der Aktion. Die Neuankömmlinge, die aus einer Aufzuchtstation auf der Galapagos-Insel Espanola stammen, können zwar die ökologische Rolle ihrer Vorgänger übernehmen – nicht jedoch die genetische, da sie aus einer verwandten Art (Chelonoidis hoodensis) stammen. Die ursprünglichen Schildkröten von Santa Fe sind unwiederbringlich verloren.

    Auf den abgelegenen Vulkaninseln im Pazifik leben Riesenschildkröten seit mindestens drei Millionen Jahren. Im Lauf der Zeit haben sie sich in über ein Dutzend verschiedene Spezies aufgespalten, die einander zwar sehr ähnlich, aber eben doch nicht identisch sind – und einige davon sind bereits ausgestorben. Lange Zeit hatten die Schildkröten auf den Inseln keine natürlichen Feinde, was sich mit der Ankunft der Menschen allerdings schlagartig änderte.

    Nur die Ruhe

    Die neuen Zuzügler auf Santa Fe sind zwischen zehn und zwölf Jahre alt. In etwa fünf Jahren sollen sie den ersten Nachwuchs zeugen. Zeit haben sie genug: Ihre Lebenserwartung geht deutlich über 100 Jahre hinaus. Wissenschafter werden die Tiere jedenfalls genau beobachten. Jede Schildkröte trage einen Mikrochip, sodass ihre Bewegungen auf der Insel dokumentiert werden können, erklärte Jorge Carrion, der Direktor des Galapagos-Nationalparks. (red, APA, 2. 3. 2019)

    foto: apa/afp/pablo cozzaglio
    Untersuchungen müssen sein – doch ehe sich's eine Riesenschildkröte versieht, ist der lästige Spuk auch schon wieder vorbei und sie kann gemütlich davonschlurfen.
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