Nato ruft Russland auf, sich an INF-Vertrag zu halten, den USA kündigen

    1. März 2019, 11:48
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    "Die Nato will keinen neuen kalten Krieg, wir wollen kein neues Wettrüsten", sagt Generalsekretär Stoltenberg

    Sofia/Washington – Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat an Russland appelliert, sich wieder an das INF-Abrüstungsabkommen für nukleare Mittelstreckenraketen mit den USA zu halten, aus dem Washington aussteigen wird. "Die Nato will keinen neuen kalten Krieg, wir wollen kein neues Wettrüsten und rufen Russland auf, den INF-Vertrag wieder einzuhalten", erklärte Stoltenberg am Freitag in Sofia.

    "Gleichzeitig sollten wir vorbereitet sein für eine Welt ohne den INF-Vertrag und mit mehr russischen Raketen", räumte Stoltenberg nach Gesprächen mit Bulgariens Regierungschef Bojko Borissow ein. Der Nato-Generalsekretär warnte, dass die neuen russischen Raketen atomar ausrüstbar seien und europäische Städte erreichen können. Die USA hatten den INF-Vertrag Anfang Februar mit Wirkung zum 2. August gekündigt. Sie begründeten das damit, dass Russland das Abkommen seit Jahren mit einem Mittelstreckensystem verletze.

    Bulgarien kein Trojanisches Pferd

    "In einer unsichereren Welt müssen wir in unsere Sicherheit investieren", erinnerte Stoltenberg an die Nato-Auflage für Verteidigungsausgaben von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Mitgliedsstaaten. Er lobte Bulgarien dafür, dass es nun mehr für Verteidigung ausgebe und das Nato-Ziel erreichen wolle. Das bulgarische Parlament hat im Jänner beschlossen, dass die Regierung Gespräche mit den USA über den Kauf fabrikneuer US-Kampfjets aufnehmen darf. Das ärmste EU-Land ist seit 15 Jahren Nato-Mitglied.

    "Bulgarien ist kein Trojanisches Pferd von Russland in der Nato, sondern eines ihrer diszipliniertesten Mitglieder", sagte Regierungschef Borissow auch im Hinblick auf den Bulgarien-Besuch des russischen Regierungschefs Dmitri Medwedew in der kommenden Woche. Stoltenberg wollte in Sofia auch mit Staatspräsident Rumen Radew zusammentreffen. (APA, 1.3.2019)

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